Worum geht es? Das ICE spielt in der Amtsführung von Donald Trump eine bedeutsame Rolle. Die martialisch auftretenden Einheiten sind das Sinnbild für die Abschiebepolitik der USA. Aber es regt sich auch (etwas) Widerstand.
Wofür steht ICE? Für United States Immigration and Customs Enforcement. Die Polizei- und Zollbehörde ist dem Department of Homeland Security, also dem Innenministerium, unterstellt.
Was tut das ICE? Es wurde nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 gegründet, hat rund 20.000 Mitarbeiter und ein Milliardenbudget.
Was ist ihr Zweck? Laut Eigenangabe der "Schutz der USA durch strafrechtliche Ermittlungen und Durchsetzung der Einwanderungsgesetze zur Wahrung der nationalen und öffentlichen Sicherheit." Seit Trump Präsident ist, hat das ICR enormes Gewicht.
Warum? Trump schickt die schwer bewaffneten Einheiten mediengerecht in Städte und Bundesstaaten, die von Demokraten regiert werden. Er will zwei Zeichen setzen: Gegenüber Migranten, dass sie hier nicht erwünscht sind. Und gegenüber Bevölkerung und politischen Gegnern, dass nun hart durchgegriffen werden soll.
Was ist die Folge? Videos vom brutale Vorgehen der ICE-Einheiten erregen seit Wochen die US-Öffentlichkeit. Kritik prallt an Trump ab. Er wollte die Bilder genau so haben.
Und nun? Trump schickte die Nationalgarde nach Portland. Vorab hatte er die Hauptstadt von Oregon als urbane Dystopie, die von radikalen Linken kontrolliert werde, beschimpft. Nun starteten Proteste, die drei Monate lang dauern sollen.
Was ist das Besondere daran? Hunderte von Anti-ICE-Demonstranten versammelten sich am Sonntagnachmittag trotz Regens in Portland – und ein Teil von ihnen war nackt, zumindest zum Teil, zeigen Videos. So radelten sie durch die Stadt. Titel der Veranstaltung: "Emergency World Naked Bike Ride“.
Was machte die Stimmung explosiv? Es gab auch eine Gegendemo von Trump-Anhängern. Man richtete sich nur wenige Freundlichkeiten aus.
Worum geht es? Am Montag bejubelte die Welt den Trump-Friedensplan für den Gazastreifen. Am Dienstag passierte, was Experten erwartet hatten: Die Hamas soll mit der Exekutionen von Gegnern begonnen haben.
Was passierte? Hamas-Schergen sollen laut israelischen Angaben 32 Menschen erschossen haben. Sie wurden von der Terror-Organisation beschuldigt, mit den Israelis etwa bei der Verteilung von Hilfsgütern zusammengearbeitet zu haben.
Gibt es für die Vorfälle Belege? In den Sozialen Medien kursiert ein Video einer Hinrichtung. Zu sehen sind maskierte Männer mit Stirnbändern. Ihre sieben Opfer müssen sich vor der Erschießung hinknien. Ob das Video aktuell ist oder nicht, lässt sich nicht verifizieren.
Was sind die Hintergründe? Ein Machtkampf um den Gazastreifen zwischen rivalisierenden Clans. Im Stadtteil Tel al-Hawa im Süden von Gaza soll es laut BBC zu Schießereien zwischen Gruppen gekommen sein. Anwohner flüchteten in Panik. Diesmal nicht vor Israelis, sondern vor den eigenen Leuten.
Was sind die Folgen? Der begonnene Friedensprozess wird dadurch erschwert. Er sieht auch eine vollständige Entwaffnung der Hamas vor. Seit Tagen werden die Zweifel an der Durchsetzbarkeit größer.
Worum geht es? Ehrgeiz kann weit bringen – oder ins Abseits führen. Als Ministerpräsident von Großbritannien (1997 bis 2007) führte Tony Blair schulübergreifende Sport-Veranstaltungen ein. Dort kam es nun zu unliebsamen Vorfällen, berichtet die Times.
Nämlich? Eltern wurden übergriffig, um ihren Kindern Siege zu ermöglichen oder sie zumindest zu bevorteilen. Sie sperrten anderen Kindern auf der Laufbahn den Weg ab, beschimpften Funktionäre (teils Schüler höherer Stufen).
Wovon ist hier die Rede? Die Merton School Sport Partnership führt in Süd-London gemeinsame Veranstaltungen für über 40 Grundschulen durch. Es geht um Laufen, Fußball, Hockey oder Turnen.
Welche Rolle spielen die Eltern dabei? Sie waren zwar nicht in die Schulen eingeladen, durften aber zuvor an Veranstaltungen teilnehmen, die in öffentlichen Räumen wie Parks oder Sportstätten stattfanden.
Was passierte nun? Die Merton School Sport Partnership schrieb in der Vorwoche einen Brief an alle Eltern und lud sie von allen Terminen aus. Sie seien nicht mehr willkommen.
Begründung? Laut Brief habe es "zu viele besorgniserregende Verhaltensweisen" gegeben. Beispiele für solches Verhalten seien "das Abkürzen der Ziellinie (körperliche Behinderung der Läufer)" und "Beleidigungen gegenüber Funktionären und anderen Kindern".
Was war die Folge? Die überehrgeizigen Eltern hätten eine "stressige Atmosphäre" geschaffen, "mit zu viel Leistungsdruck und dem Anspruch, um jeden Preis zu gewinnen". Manche Eltern hätten ihre Kinder trainiert, Regeln in Frage gestellt, Fotos ohne Zustimmung online gestellt.
Worum geht es? Um Schicksalstage für Frankreich, der Dienstag war wieder so einer. Frankreichs Jojo-Premierminister Sébastien Lecornu gab vor dem Parlament eine Regierungserklärung ab, um seine Koalition zu retten.
Was muss man über die Rede wissen? Sie dauerte 40 Minuten, in denen viele der bisherigen Pläne abgeschwächt oder ausgesetzt wurden.
Warum stand Lecornu unter Druck? Weil sowohl die linke LFI (La France insoumise) als auch der rechte RN (Rassemblement National) von Marine Le Pen Misstrauensanträge eingebracht hatten. Lecornu musste also zumindest die Sozialisten ins Boot zurückholen.
Wie versuchte er das? Indem er ihre ultimative Forderung erfüllte und die Rentenreform bis mindestens Jänner 2028 (also nach der nächsten Präsidentschaftswahl) aussetzte.
Wie "brutal" ist die Rentenreform? Aus der Sicht vieler anderer Länder läppisch. Mit der Reform, die 2023 ohne Parlament beschlossen worden war, steigt das Renteneintrittsalter in Etappen von 62 auf 64 Jahre. Der Prozess wurde bereits eingeleitet und wird nun gestoppt.
Was kassierte Leocornu noch ein? Er reduzierte die Sparpläne um 14 Milliarden Euro und er sagte die Idee ab, zwei Feiertage abzuschaffen, Ostermontag und 8. Mai. Das hätte 4,2 Milliarden Euro eingebracht.
Wo kommt dann das Geld her? Die kalte Progression wird ausgesetzt, hohe Altersrenten werden eingefroren, bei Gesundheit und Sozialleistungen wird gekürzt, E-Zigaretten und Kleinpakete stärker besteuert.
Was ist mit der Reichensteuer? Geplant war eine Besteuerung sehr großer Vermögen. Er habe damit "möglicherweise Bedenken hervorgerufen", sagte Leocornu und schlug nun eine moderate "Steuer auf das Finanzvermögen" von Familienholdings vor. Die Gewinnsteuer für große Unternehmen will er dagegen halbieren.
Wie schlimm steht es um Frankreich? Die Staatsschulden summieren sich mittlerweile auf mehr als 115 Prozent des BIP, Österreich lag im zweiten Quartal 2025 bei 82,3 Prozent.
Worum geht es? In Deutschland wurde der verpflichtende Wehrdienst 2011 ausgesetzt, nicht vollständig abgeschafft. Der Bundeswehr gehen aber nun die Soldaten aus, eine Reform sollte das Problem lösen. Sie war Dienstag bereits paktiert, aber es kam anders.
Wie denn? Die Regierugspartner CDU/CSU und SPD hatten sich auf einen Kompromiss geeinigt, sogar eine Pressekonferenz war bereits angesetzt. Dann kam im letzten Moment der Rückzieher.
Warum? In der SPD, die mit Boris Pistorius den Verteidigungsminister stellt, regte sich Widerstand. Auch Pistorius selbst ist gegen die geplanten Änderungen.
Was sollte kommen? Umstritten ist vor allem das "Losverfahren". Also: Ab 2026 sollen alle 18-jährigen Männer einen Fragebogen erhalten, über den ermittelt wird, wie es um ihre Dienstbereitschaft und ihre körperliche Eignung steht. Frauen sollen den Fragebogen freiwillig beantworten können.
Was ist das Problem? Wenn trotz Freiwilligkeit nicht genügend Bewerber gefunden werden, soll aus denen, die den Fragebogen beantwortet haben, ein Teil ausgelost werden, der dann zur Musterung und zum Gespräch eingeladen wird ...
... und dann? Wenn immer noch zu wenige Leute da sein, könnte eine Verpflichtung eintreten — mindestens sechs Monate Wehrdienst für Ausgeloste.
Wieso kam Widerstand auf? Pistorius sagte, dass sei nicht seine Idee gewesen. Es gibt verfassungsrechtliche Bedenken. Es herrscht auch Unklarheit darüber, ab welchen Zahlen welcher Mechanismus greifen soll.
Aber dieses Losverfahren gibt es doch schon, oder? Ja, vor allem in Skandinavien seit mehreren Jahren.
Wie geht es nun weiter? Das Gesetz sollte schon am Donnerstag in den Bundestag kommen. Ob bis dahin noch ein Kompromiss des Kompromisses möglich ist, war Dienstag unklar.
Worum geht es? "Ich habe das Auto meiner Frau zu Schrott gefahren und es tut mir leid – aber es ist alles gut. Mir geht es gut, meinem Bruder geht es gut," postete Alec Baldwin auf Instagram.
Was war passiert? Baldwin war mit seinem Bruder Stephan am Heimweg vom Hamptons Film Festival. Dann habe er einem Müllwagen ausweichen müssen, groß wie ein Wal, behauptet er. Der weiße Range Rover landete in einem Baum und sieht übel aus, zeigen Bilder. Verletzt wurde niemand.
Baldwin schuldlos, kennen wir? Ja, bei Dreharbeiten zum Film "Rust" bei Santa Fe in New Mexico hatte 2021 eine historische Waffe irrtümlich scharfe Munition geladen. Baldwin schoss, eine Kugel traf Kamerafrau Halyna Hutchins tödlich. Regisseur Joel Souza wurde schwer verletzt.
Aber er konnte nichts dafür, oder? Es folgte eine Serie von Anklagen und Prozessen, hier und hier und hier und hier etwa nachzulesen. Balwin beteuerte seine Unschuld und wurde am Ende freigesprochen.
Jetzt ist der Müllwagen schuld? Das Unternehmen, dem der Wagen gehört, sagt nein. Der Fahrer habe den Range Rover keineswegs geschnitten, wie Baldwin unterstellte.
Stört das Baldwin? Mitnichten, er ist voller guter Emotionen. "Hilaria, ich liebe dich über alles und bin sehr stolz auf dich," sagt der Schauspieler auf Instagram. Gleichzeitig räumt er ein, momentan etwas wirr im Kopf zu sein.
Worum geht es? Für kurze Zeit stand es 52 % zu 48 %. Im Internet befanden sich erstmals mehr Artikel, die mehrheitlich von künstlicher Intelligenz verfasst wurden und nicht von Menschen. Inzwischen halten wir zumindest ein Unentschieden, berichtet Axios.
Was heißt das? Um einen neuen Bericht der SEO-Firma Graphite. Die Studie liefert interessante Details über die rasante Entwicklung von KI.
Wie lässt sich so etwas untersuchen? Das ist in der Tat kompliziert. Graphite verwendete einen KI-Detektor namens Surfer, um eine zufällige Auswahl von URLs aus Common Crawl zu analysieren, einer Open-Source-Datenbank mit über 300 Milliarden Webseiten. Die Datenbank umfasst 18 Jahre und fügt monatlich 3 bis 5 Milliarden neue Seiten hinzu.
Okay, und dann? Die Seiten hatten Veröffentlichungsdaten zwischen Januar 2020 und Mai 2025. Sie wurden klassifiziert. Artikel galten als KI-generiert, wenn Surfer feststellte, dass 50 % oder weniger des Inhalts von einem Menschen geschrieben wurden.
Ist das verlässlich? Graphite zog Stichproben. Surfer hatte eine Falsch-Positiv-Rate von 4,2 % (Kennzeichnung als KI-generiert, war aber von Menschen) und eine Falsch-Negativ-Rate von 0,6 % (Kennzeichnung als von Menschen verfasst, war aber von KI).
Was kam nun raus? Dass mittlerweile die Hälfte von Online-Artikeln von ChatGPT, Claude oder Gemini stammen.
Aber? 86 % der in der Google-Suche gerankten Artikel waren von Menschen geschrieben, nur 14 % wurden von KI generiert. Bei Chatbots ist es ähnlich. Google rankt KI-Artikel auch tendenziell schlechter.
Was die Forscher einräumen? Mit den aktuellen Tools ist eine Messung schwierig. Es gibt so viele unterschiedliche Abstufungen, was ein KI-Text ist, oder eben nicht ist.
Gibt es auch gute Nachrichten? Ja! Eine Pew-Umfrage aus der Vorwoche ergab, dass die Begeisterung für die meisten KI-Zusammenfassungen bei der Suche verhalten ist: Nur 20 % der Benutzer sagen, dass diese äußerst oder sehr nützlich sind, und nur 6 %, dass sie ihnen sehr vertrauen.
Worum geht es? Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften hat am Montag in Stockholm die Preisträger für den Nobelpreis in Wirtschaftswissenschaft vergeben. Er wird oft verkürzt als Wirtschafts-Nobelpreis bezeichnet.
Warum ist das nicht korrekt? Die Auszeichnung geht nicht auf das Testament von Alfred Nobel (1833–1896) zurück, sondern wird seit 1969 von der schwedischen Zentralbank vergeben. Wortwörtlich heißt er „Preis der Schwedischen Nationalbank in Wirtschaftswissenschaft in Erinnerung an Alfred Nobel“.
Wieso gilt er als umstritten? Weil Alfred Nobel selbst ein Skeptiker der Wissenschafts-Richtung war. "Ich habe keine Wirtschafts-Ausbildung und hasse sie von Herzen", schrieb er in einem Brief, der erst 2001 öffentlich wurde. Seine Nachkommen lehnen den Preis ab.
Wer bekommt ihn heuer? Der Preis geht an den Wirtschafts-Historiker Joel Mokyr (er hat eine israelische und eine US-Staatsbürgerschaft), den französischen Makroökonomen Philippe Aghion und seinen kanadischen Kollegen Peter Howitt.
Wird gedrittelt? Nein, Mokyr erhält die Hälfte. Die zweite Hälfte wird unter den beiden anderen Forschen aufgeteilt. Gesamt beträgt das Preisgeld rund 1 Million Euro.
Warum die Aufteilung? Howitt und Aghion entwickelten 1992 gemeinsam ein mathematisches Modell für "kreative Zerstörung", dem Motor für Wachstum, das lange Zeit nicht selbstverständlich war. Erst durch technologische Fortschritte, Innovation und Institutionen, die Ideenfreiheit und Wissensverbreitung erlauben, wurde dauerhaftes Wachstum möglich, erforschten sie.
Was ist bei Aghion ungewöhnlich? Der Franzose stammt aus einem kommunistischen Elternhaus und war in seiner Jugend selbst überzeugter Kommunist. Dann dachte er um. "Wir mussten einsehen, dass der Sozialismus keine Innovationen hervorbringt", sagte Aghion vor einigen Jahren in einem Interview mit der NZZ.
Wie denkt er heute? "Ich kämpfe für einen Kapitalismus mit menschlichem Antlitz", so der Berater von Staatschef Emmanuel Macron. Und: "Reichtum ist nicht das Problem. Ein Problem wird Reichtum nur, wenn man sich damit politischen Einfluss kauft, um die Erneuerung der Wirtschaft zu bremsen."
Wofür bekam Mokyr den Preis? Ebenfalls für die Erklärung, warum Wachstum so relevant und was ihn auslöst. In diesem Fall aus historischer Sicht, so die Jury.