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15. Oktober 2025

100 Milliarden für KI Konsortium kauft 50 Rechenzentren

Worum geht es? Das KI-Infrastrukturkonsortium von BlackRock erwirbt Aligned Data Centers für rund 20 Milliarden US-Dollar. Der Gesamtwert des Deals beträgt einschließlich Schulden 40 Milliarden US-Dollar. Einer der größten Rechenzentrums-Deals aller Zeiten.

Was ist "Aligned Data Centers"? Das Unternehmen mit Sitz in Dallas ist der am schnellsten wachsenden Betreiber von Hyperscale-Rechenzentren in Nord- und Südamerika für Cloud- und KI-Unternehmen.

Was macht das Unternehmen? Es betreibt oder entwickelt in der Region rund 50 Rechenzentren mit insgesamt fünf Gigawatt Betriebs- und Planungskapazität.

Und was ist das "KI-Infrastrukturkonsortium"? Es handelt sich um einen Zusammenschluss von BlackRock, dem weltgrößten Vermögensverwalter, dem Infrastrukturfonds Global Infrastructure Partners, MGX, dem Staatsfonds der Vereinigten Arabischen Emirate, Microsoft und Nvidia.

Was plant die Gruppe? Die Artificial Intelligence Infrastructure Partnership will bis zu 100 Milliarden US-Dollar an Eigen- und Fremdkapital aufnehmen, um Rechenzentrums- und Energieinfrastruktur auszubauen. Ziel: das KI-Wachstum unterstützen.

Weitere Meldungen

Taxis ohne Fahrer Europa-Start in London nun fixiert

Worum geht es? In den USA gehören sie schon in 15 Städten zum Straßenbild, nach Tokio soll nun Europa folgen. In London will der Anbieter Waymo im nächsten Jahr mit selbstfahrenden Taxis starten. Wahrscheinlicher ist 2027.

Was passiert genau? "Hello London! Your Waymo ride is arriving". So gab das US-Unternehmen am Mittwoch den Start in Europa per Presse-Aussendung bekannt. Ein genauer Startermin wurde nicht genannt, aber "in Kürze" würden Testfahrten beginnen.

Nämlich wo? Im Großraum London, Waymo nennt auf seiner neuen Webseite 23 Regionen, in denen es Testfahrten geben soll, darunter auch die City of London. Die Probetouren sollen rund um die Uhr, 7 Tage in der Woche laufen.

Was können Kunden einsteigen? Das ist noch nicht definiert. Waymo rät, die App herunterzuladen und sich zu registrieren, um sein Interesse zu bekunden. "Wir benachrichtigen Sie, sobald unser kommerzieller Service in Ihrer Region verfügbar ist."

Was wird die Briten verblüffen? Die Autos haben das Lenkrad links. Waymo nutzt nämlich die bestehende Flotte speziell ausgestatteter Jaguar I-PACE-Fahrzeuge, die für die US-Aktivitäten gebaut wurden und bei denen die Fahrer auf der linken Seite sitzen.

Gibt es tatsächlich keinen Lenker? Der Waymo Driver benötigt keine menschliche Bedienung. Aber während der Tests sind "Autonomous Specialists" an Bord, um das System zu überwachen. Sie kennen sich mit Linkslenker-Fahrzeugen aus, verspricht der Konzern.

Wem gehört Waymo? Der Alphabet Inc., Muttergesellschaft von Google. Waymo wurde ursprünglich als Projekt für selbstfahrende Autos bei Google entwickelt und 2016 als eigenständige Tochtergesellschaft ausgegliedert.

Kommen selbstfahrende Taxis auch zu uns? Irgendwann sicher. Zunächst holt sich das Unternehmen einmal die rechtliche Erlaubnis in Großbritannien (ist am Weg), dann wird man sich an das Gesetzes-Dickicht in der EU heranwagen.

Wo sind die 19 Leichen? Hamas sagt, sie kann Tote nicht finden

Worum geht es? Teil des 20-Punkte-Plans für Gaza von Donald Trump war auch die Übergabe der Geiselleichen durch die Hamas. Doch nun sagt die Terrorgruppe, sie könne nicht mehr alle Toten finden. Der Waffenstillstand ist in Gefahr.

Wie steht das festgeschrieben? Punkt 4 der Übereinkunft lautet: "Innerhalb von 72 Stunden nach der öffentlichen Annahme dieses Abkommens durch Israel werden alle Geiseln, ob lebend oder verstorben, zurückgegeben."

Ist die Frist schon abgelaufen? Das Abkommen wurde am Montagabend unterfertigt. Die 20 lebenden Geiseln wurden tatsächlich an Israel übergeben. 28 Israelis aber starben in den 738 Tagen Gefangenschaft. Um ihre Leichen ist nun ein Konflikt entstanden.

Warum? Die Hamas hatte am Montag und Dienstag die Leichen von jeweils vier Geiseln an Israel übergeben. Bei einer Leiche handelt es sich allerdings um einen Palästinenser, stellte sich später heraus. Am Mittwochabend wurden zwei weitere Leichen übergeben. Es werden also noch mindestens 19 Israels vermisst.

Was passiert jetzt? Die Hamas veröffentlichte am Mittwochabend ein Erklärung. Darin behauptet die Terrorgruppe, sie habe inzwischen alle Leichen übergeben, auf die sie Zugriff habe. Die Bergung der restlichen Toten werde "erhebliche Anstrengungen und Spezialausrüstung" erfordern.

Ist das glaubwürdig? Experten vermuten, dass tatsächlich einiger der Leichen unter Trümmern verborgen sind, am Montag war von 7 Toten die Rede. Die anderen Leichen könnte die Hamas als Faustpfand "zurückhalten".

Was bedeutet das? In Israel steigt die Wut. Man hatte nicht mit der Erfüllung der Forderung innerhalb von 72 Stunden gerechnet, aber das aktuelle Tempo frustriert. Und gefährdet den Friedensprozess massiv.

Syrien-Staatchef bei Putin Er hat Diktator Assad Asyl gewährt

Worum geht es? Um eine bemerkenswerte Begegnung, die vor Monaten noch unvorstellbar schien. Am Mittwoch besuchte Syriens Interimspräsident Ahmed al-Sharaa Russlands Präsident Wladimir Putin in Moskau, berichtet die BBC.

Warum unvorstellbar? Vor zehn Monaten hatte Sharaa Langzeit-Diktator Baschar al-Assad gestürzt, ein langjähriger Verbündeter von Russland. Assad flüchtete samt Familie nach Moskau, Putin gewährte ihm Asyl.

Warum war das Treffen doppelt bemerkenswert? Die beiden standen sich jahrelang in einem blutigen Bürgerkrieg gegenüber. Putin setzte brutale Militärgewalt ein, um Assad zu unterstützen. Scharaas islamistische Gruppe führte die Rebellenoffensive an, die Assad schließlich zur Abdankung zwang.

Und nun? Spielt alles keine große Rolle mehr- Putin sprach von "besonderen Beziehungen, die beide Länder in den vergangenen Jahrzehnten aufgebaut" hätten. Sharaa sagte, er wolle, dass Syrien seine Beziehungen zu allen Ländern wiederherstelle, aber "vor allem zu Russland".

Worum ging es wirklich? Russland will weiterhin Zugang zu seinem Marinehafen Tartus und dem Militärflughafen Hmeimim an der syrischen Mittelmeerküste haben. Sharaa sicherte ihm das quasi zu.

Der Elefant im Raum? Assad. Syrien wird wohl seine Auslieferung fordern, Russland das ablehnen.

Irgendwas mit Sex ChatGPT will mit KI-Erotik starten

Worum geht es? Sam Altman, Gründer von ChatGPT, ließ auf X ein paar Sätze fallen und schnell waren alle aufgeregt. Denn es ging um Sex. Die KI wolle "Erotik für verifizierte Erwachsene" zulassen, schrieb Altman.

Wie bitte? Die Angelegenheit bekam eine Eigendynamik. "ChatGPT lässt die Hüllen fallen" (FAZ), "Chat-GPT soll sexy werden" (Bild), "jetzt kommt die Erotik-KI" (RTL), die Schlagzeilen waren schnell ziemlich Porno. Es gibt aber einen Haken.

Der wäre? Niemand weiß, was Altman eigentlich plant. Erlaubt er erotische Chats mit dem Chatbot? Bilder? Videos? Er selbst blieb dazu vage.

Was schrieb er wirklich? Einen langen Tweet, dass man nun die "psychischen Probleme" in den Griff bekommen habe. Am Ende dann: "Im Dezember werden wir im Rahmen unseres Grundsatzes 'Erwachsene Benutzer wie Erwachsene behandeln' die Altersbeschränkung umfassender einführen und noch mehr zulassen, beispielsweise Erotik für verifizierte Erwachsene." Fertig!

Dann wurde er überrollt? Ja, so sehr, dass er zu einer Klarstellung ausrückte. "Okay, dieser Tweet über bevorstehende Änderungen an ChatGPT hat in Bezug auf Erotik viel mehr Aufsehen erregt, als ich erwartet hatte!", schrieb er. Und ruderte etwas zurück. "Er sollte nur ein Beispiel dafür sein, wie wir Erwachsenen mehr Freiheiten für die Nutzung ermöglichen."

Klage gegen TV-Gebühr Gericht trifft interessante Entscheidung

Worum geht es? Eine Frau in Bayern weigerte sich, den Rundfunkbeitrag zu bezahlen. Sie argumentierte, dass die öffentlich-rechtlichen Sender, in diesem Fall ARD, ZDF und Deutschlandradio, zu einseitig berichten würden und dadurch den Programmauftrag missachten.

Was ärgerte sie konkret? Der öffentlich-rechtliche Rundfunk biete "kein vielfältiges und ausgewogenes Programm" und "diene der vorherrschenden staatlichen Meinungsmacht als Erfüllungsgehilfe". Damit fehle es an einem individuellen Vorteil, der die Beitragspflicht rechtfertige.

Was passierte dann? Der Fall kam vor das Verwaltungsgericht und danach vor den Verwaltungsgerichtshof, beide entschieden gegen die Frau, berichtet die FAZ. Schon die Möglichkeit, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu nutzen, rechtfertige den Beitrag, so die Richter.

Dann kam es anders? Ja, der Fall landete vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig und der entschied gegenteilig (BVerwG 6 C 5.24). Er hob das Berufungsurteil auf und verwies den Rechtsstreit zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an den Verwaltungsgerichtshof zurück.

Warum? Biete der Kläger hinreichende Anhaltspunkte für "evidente und regelmäßige Defizite, hat ein Verwaltungsgericht dem nachzugehen", heißt es in der Mitteilung des Bundesverwaltungsgerichts.

Bedeutet was? Streng ausgelegt, entscheiden die Gerichte darüber, wie ausgewogen das Programm der Öffentlich-Rechtlichen ist. Diese Erkenntnis muss aber erst durch alle Instanzen halten.

Haare verschwunden Trump ärgert sich über Time-Cover

Worum geht es? Sein Gaza-Plan ist aufgegangen, nun liegt die Welt Donald Trump politisch zu Füßen. Das Time-Magazin widmete dem US-Präsidenten eine recht wohlwollende Geschichte. Aber das Foto am Titel regt Trump furchtbar auf.

Warum? Das Bild zeigt Trump, der von unten fotografiert wurde, vor hellblauem Himmel, der Blick ist staatsmännisch in die Ferne gerichtet, die Titelzeile dazu lautet: "His Triumph".

Aber? Es handelt sich um eine Gegenlicht-Aufnahme, die hellen Haare sind wegen des grellen Lichts zum Teil nicht zu sehen. "Da schwebt etwas auf meinem Kopf." Es sehe aus, als "würde ich eine Krone tragen, aber eine extrem kleine", schreibt er auf Truth Social. Dann legte er richtig los.

Wie? "Das Time Magazine hat eine relativ gute Geschichte über mich geschrieben, aber das Bild ist vielleicht das Schlimmste aller Zeiten", so Trump. "Sie haben meine Haare 'verschwinden' lassen".

Hat der Streit eine Vorgeschichte? Aber ja. Trump war bisher viermal am Cover des Time-Magazin, zweimal war er "Person des Jahres". Aber die Zeitschrift und der Präsident fremdeln seit Langem miteinander.

Nackter Protest Demo gegen Abschiebungen in den USA

Worum geht es? Das ICE spielt in der Amtsführung von Donald Trump eine bedeutsame Rolle. Die martialisch auftretenden Einheiten sind das Sinnbild für die Abschiebepolitik der USA. Aber es regt sich auch (etwas) Widerstand.

Wofür steht ICE? Für United States Immigration and Customs Enforcement. Die Polizei- und Zollbehörde ist dem Department of Homeland Security, also dem Innenministerium, unterstellt.

Was tut das ICE? Es wurde nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 gegründet, hat rund 20.000 Mitarbeiter und ein Milliardenbudget.

Was ist ihr Zweck? Laut Eigenangabe der "Schutz der USA durch strafrechtliche Ermittlungen und Durchsetzung der Einwanderungsgesetze zur Wahrung der nationalen und öffentlichen Sicherheit." Seit Trump Präsident ist, hat das ICR enormes Gewicht.

Warum? Trump schickt die schwer bewaffneten Einheiten mediengerecht in Städte und Bundesstaaten, die von Demokraten regiert werden. Er will zwei Zeichen setzen: Gegenüber Migranten, dass sie hier nicht erwünscht sind. Und gegenüber Bevölkerung und politischen Gegnern, dass nun hart durchgegriffen werden soll.

Was ist die Folge? Videos vom brutale Vorgehen der ICE-Einheiten erregen seit Wochen die US-Öffentlichkeit. Kritik prallt an Trump ab. Er wollte die Bilder genau so haben.

Und nun? Trump schickte die Nationalgarde nach Portland. Vorab hatte er die Hauptstadt von Oregon als urbane Dystopie, die von radikalen Linken kontrolliert werde, beschimpft. Nun starteten Proteste, die drei Monate lang dauern sollen.

Was ist das Besondere daran? Hunderte von Anti-ICE-Demonstranten versammelten sich am Sonntagnachmittag trotz Regens  in Portland – und ein Teil von ihnen war nackt, zumindest zum Teil, zeigen Videos. So radelten sie durch die Stadt. Titel der Veranstaltung: "Emergency World Naked Bike Ride“.

Was machte die Stimmung explosiv? Es gab auch eine Gegendemo von Trump-Anhängern. Man richtete sich nur wenige Freundlichkeiten aus.