Worum geht es? Die Annahme des US-Friedensplans für Gaza ist bislang der wichtigste außenpolitische Erfolg von US-Präsident Donald Trump. Den möchte er jetzt offenbar auch in vollen Zügen auskosten. Laut Agenturmeldungen soll Trump planen, am Wochenende nach Israel zu reisen – wohl auch, um bei der Freilassung der letzten israelischen Geiseln dabei zu sein.
Ist das schon sicher? Nein, es gibt dafür bislang noch keine Bestätigung aus dem Weißen Haus. Von dort hieß es nur, trump fliege "womöglich" nach Israel. Aber das Büro des israelischen Präsidenten Isaac Herzog teilte am Donnerstagabend mit, dessen Pläne für Sonntag seien angesichts des erwarteten Besuchs von Trump bereits abgesagt worden.
Wann werden die Geiseln freigelassen? Das ist ebenfalls noch nicht vollkommen klar, da die Hamas die Verschleppten erst aus den diversen geheimen Verstecken holen muss. Es wird aber erwartet, dass die Freilassung der 20 noch am Leben befindlichen Geiseln am Montag stattfinden wird.
Worum geht es? Europas Reiche werden immer noch reicher. Das geht aus einer aktuellen Studie der Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam hervor.
In welchem Umfang werden die Menschen noch reicher? Alleine von Jänner bis Juni 2025 stieg das gesamte Vermögen aller Miiliardäre innerhalb der EU um 405 Milliarden Euro – das ist ein Vermögenszuwachs von mehr al zwei Milliarden Euro pro Tag …
Wie viele Milliardäre gibt es in der EU? Stand März 2025 gab es EU-weit 487 Menschen, die eine Milliarde Euro oder mehr besaßen. Das sind um 39 mehr als 2024. Im Schnitt kam also alle neun Tage ein weiterer Milliardär dazu.
Und wie viel Geld haben alle all diese Milliardäre zur Verfügung? Das Gesamtvermögen aller Milliardäre in der EU betrug Ende Juni 2,3 Billionen Euro. Die reichsten 3.600 Menschen in der EU besitzen damit so viel Vermögen wie die ärmsten 181 Millionen Menschen.
Worum geht es? Wende im Fall der gestern, Dienstag, niedergestochenen deutschen Politikerin Iris Stalzer (SPD). Gegenüber der Polizei belastet die designierte Bürgermeisterin von Herdecke im Ruhrgebiet (22.500 Einwohner) nun ihre 17-jährige Adoptivtochter, sie angegriffen und verletzt zu haben, berichtet die F.A.Z.
Was ist geschehen? Die 57-jährige Politikerin wurde gestern von Einsatzkräften mit lebensgefährlichen Stichverletzungen in ihrem Haus gefunden, nachdem mutmaßlich ihre Adoptivtochter den Notruf gewählt und gegenüber der Polizei von einem Raubüberfall gesprochen hatte.
Wie geht es der Politikerin? Sie ist schwer verletzt, laut Polizei besteht mittlerweile jedoch keine Lebensgefahr mehr.
Weiß man schon, was geschehen ist? Die Polizei geht von einem "innerfamiliären Konfliktgeschehen" aus, Hinweise auf ein politisches Motiv gibt es demnach nicht. Laut Polizei passen die am Tatort gefundenen Spuren mit der Schilderung der Politikerin zusammen.
Was ist über die Adoptivtochter bekannt? Sowohl die 17-jährige Adoptivtochter, als auch der 15-jährige Adoptivsohn von Iris Stalzer seien polizeibekannt, heißt es. Die Beschuldigte sei bislang noch nicht vernommen worden, man warte, bis ihr ein Pflichtverteidiger zur Seite steht.
Wo befindet sich die junge Frau derzeit? Sie wurde bislang nicht verhaftet, sondern gemeinsam mit ihrem Bruder dem Jugendamt übergeben.
Wird die Politikerin ihr Bürgermeisteramt antreten können? Das ist derzeit noch nicht klar. Die Amtseinführung hätte am 1. November stattfinden sollen. Wie es nun weitergeht, soll sich in den kommenden Tagen entscheiden.
Worum geht es? Das EU-Parlament hat am Mittwoch einen Antrag befürwortet, wonach künftig nur mehr Produkte aus echtem Fleisch mit Bezeichnungen wie "Burger", "Steak", "Wurst" oder "Schnitzel" versehen werden dürfen. Vegetarische oder vegane Ersatzprodukte dürften dann nicht mehr "Veggie-Burger" oder "Sojawurst" heißen.
Warum soll das verboten werden? Der Antrag dazu kam von der französischen Abgeordneten Céline Imart, die selbst einen landwirtschaftlichen Betrieb führt. Sie argumentiert, dass "ein echtes Verwechslungsrisiko" zu tierischen Lebensmitteln bestehe. Zudem würden die Hersteller pflanzlicher Lebensmittel so versuchen, den Ruf tierischer Lebensmittel, den "Generationen von Landwirten aufgebaut" hätten, für die Vermarktung von Konkurrenzprodukten zu nutzen.
Wie stimmte das Parlament ab? 355 Abgeordnete stimmten für eine entsprechende Gesetzesänderung, 247 dagegen. Tendenziell kamen die meisten Ja-Stimmen von Abgeordneten Rechts der Mitte, teilweise gingen die Bruchlinien aber quer durch die Fraktionen.
Ist die Sache damit beschlossen? Keineswegs, als nächstes muss das Parlament das Thema mit dem EU-Rat besprechen, in dem alle 27 Mitgliedsländer sitzen. Dabei muss eine Einigung erzielt werden, andernfalls heißt es für die Initiatoren zurück an den Start.
Wie realistisch ist es, dass das kommt? Offenbar eher unrealistisch. Vor allem aus Deutschland gibt es erheblichen Widerstand gegen die französische Initiative. Deutschland ist in der EU der größte Markt für Fleisch-Alternativen, 2024 wurden laut Statistischem Bundesamt rund 121.600 Tonnen solcher Produkte hergestellt, schreibt der Spiegel.
Was sagen die Konsumenten? Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes YouGov unter 4.200 Bürgern, hält nur ein Viertel (24 Prozent) das Thema für relevant. 67 Prozent sagen, die EU solle sich mit wichtigeren Themen beschäftigen.
Welche Folgen hätte ein Namensverbot?
Hersteller warnen vor hohen Kosten, vor allem für die Änderung von Verpackungen, Produktbeschreibungen, Webseiten und Werbung. Zudem sei das Wachstum der gesamten Branche dadurch gefährdet, warnen sie.
Worum geht es? Im Streit um die Entsendung von Soldaten der Nationalgarde nach Chicago gießt US-Präsident Donald Trump weiter Öl ins Feuer. Am Mittwoch postete er auf Truth Social, der Bürgermeister von Chicago und der Gouverneur des Bundesstaates Illinois sollten ins Gefängnis gesperrt werden. Unterdessen seien die ersten Nationalgardisten in Chicago angekommen, berichten Medien.
Warum droht Trump mit Gefängnis? Weil aus seiner Sicht Chicagos Bürgermeister Brandon Johnson und Gouverneur JB Pritzker, beide aus dem Lager der Demokraten, nichts gegen die teils gewaltsamen Proteste in der Stadt gegen die Maßnahmen der Einwanderungsbehörde ICE unternehmen und dadurch ICE-Beamte gefährden würden.
Was ist der Hintergrund der Debatte? Schon seit Monaten versucht Trump immer wieder, die Nationalgarde in demokratisch regierten Städten zum Einsatz zu bringen. Als Begründung nennt er entweder die Proteste gegen das Vorgehen der ICE oder generell ausufernde Kriminalität.
Wo war bzw. ist die Nationalgarde im Einsatz? Trump stationierte sie nach den Bränden in Los Angeles, mittlerweile ist der Einsatz beendet. In Washington sind nach wie vor Nationalgardisten im Einsatz – Trump erklärt immer wieder, die Stadt sei "ein Höllenloch" gewesen, ehe er die Truppe als zusätzliche Polizeikräfte in Marsch setzen ließ.
Und weiter? Ein Einsatz der Nationalgarde in Portland, Oregon, wird vom dortigen Gouverneur mit juristischen Mitteln bekämpft. In Chicago erlaubte ein Richter vorläufig die Entsendung der Truppe, eine weitere Gerichtsanhörung dazu ist für Donnerstag geplant.
Worum geht es? Drei Forscher aus den USA, aus Australien und Japan haben den Nobelpreis für Chemie zugesprochen bekommen. Omar Yaghi (er wurde in Jordanien geboren und ist mittlerweile amerikanischer Staatsbürger), Richard Robson und Susumu Kitagawa forschen seit Jahrzehnten an sogenannten metall-organischen Gerüstverbindungen.
Was ist das? Dabei handelt es sich um besonders leichte und poröse Materialien, die durch ihre Struktur eine große Ausdehnung erreichen können. Zur Veranschaulichung zeigte Olof Ramström, Mitglied des Vergabe-Komitees, einen Zuckerwürfel vor.
Was hat es mit dem Zucker auf sich? Eine metall-organische Gerüstverbindung von Größe und Gewicht eines Zuckerwürfels könne aufgrund der speziellen Struktur eines solchen Materials auf die Fläche eines Fußballfeldes aufgeklappt werden, so der Wissenschafter.
Wozu ist das gut? Aufgrund der speziellen Molekularstruktur solcher Verbindungen würden bereits kleinste Mengen dieser Stoffe über eine sagenhafte Zahl an Hohlräumen verfügen, vergleichbar mit einem Schwamm, so Olof Ramström. Damit ließen sich beispielsweise Schadstoffe aus Wasser filtern, Kohlenstoffdioxid aus der Luft holen oder Rohstoffe aus Abfällen recyceln.
Wird das bereits angewendet? Bislang nur in Versuchen und noch nicht im Alltag. Nach Ansicht der schwedischen Akademie sei diese Technologie allerdings wegweisend für die künftige Lösung diverser Umweltprobleme.
Worum geht es? Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will binnen 48 Stunden einen neuen Premierminister für das Land aus dem Hut zaubern. Das gab der Élysée-Palast am Mittwochabend bekannt. Neuwahlen, wie von vielen gefordert, schließt Macron weiter aus.
Was ist mit dem bisherigen Premierminister? Sébastien Lecornu war am Montag zurückgetreten, er war nicht einmal einen Monat im Amt. Damit sind seit Anfang 2024 bereits fünf Premierminister zurückgetreten.
Was ist das Problem? Das Ergebnis der letzten Parlamentswahl 2024 mit zahlreichen Fraktionen, der Versuch, die extreme Rechte von der politischen Macht fernzuhalten und vor allem die massive Staatsverschuldung machen die politische Konsens-Findung immer schwieriger und das Land zunehmend unregierbar.
Neuwahlen wären kein Ausweg? Laut Lecornu, der die Amtsgeschäfts vorläufig weiterführt, sei die Mehrheit der Abgeordneten gegen vorgezogene Neuwahlen, weil sie das gleich Ergebnis wie die letzten Wahlen bringen und zu einer endgültigen Blockade führen würden.
Und ein Rücktritt Macrons? Wird immer häufiger diskutiert, der Präsident selbst will davon aber nichts wissen. Offiziell endet seine zweite Amtszeit im Jahr 2027.
Welche politischen Probleme erwarten den neuen Premier? Eine Staatsverschuldung in der Höhe von 115 Prozent des aktuellen Bruttoinlandsproduktes. Außerdem eine Rentenreform, gegen die weite Teile der Bevölkerung Sturm laufen und nicht zuletzt ein Budgetdefizit von zuletzt 5,8 Prozent.
Worum geht es? Bei den Friedensverhandlungen zwischen Israel und der palästinensischen Terrororganisation Hamas im ägyptischen Scharm El-Scheich ist auf Basis des von US-Präsident Donald Trump vorgelegten Friedensplans ist in der Nacht auf Donnerstag ein erster Durchbruch erzielt worden.
Worauf hat man sich geeinigt? Sämtliche Geiseln sollen "sehr bald" freikommen, die israelische Armee werde sich auf eine vereinbarte Linie zurückziehen, so Trump auf Truth Social. Dies seien "erste Schritte hin zu einem starken, dauerhaften und ewigen Frieden".
Gibt es dafür eine Bestätigung? Ja, sowohl Israels Premierminister Benjamin Netanjahu, als auch die Hamas bestätigten den Verhandlungs-Durchbruch. "Mit Gottes Hilfe werden wir sie alle nach Hause holen", sagte Netanjahu im Bezug auf die Geiseln.
Wie viele Geiseln sind noch in der Gewalt der Hamas? Man geht davon aus, dass nach wie vor 48 Israelis seit dem 7. Oktober 2023 in der Hand der Hamas sind. 20 von ihnen sollen noch am Leben sein.
Trumps Friedensplan geht aber noch weiter? Ja, es sei damit auch erst die erste Phase des Friedensplans umgesetzt, so der Präsident, der auch ankündigte, eventuell Ende dieser Woche selbst zu den Friedensverhandlungen zu reisen.