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Mutter entführt: TV-Star bietet nun 1 Million Dollar für Infos

Vor über drei Wochen verschwand die 84-jährige Mutter von US-TV-Star Savannah Guthrie aus ihrem Haus in Arizona. Die Behörden gehen von einer Entführung aus. Nun bietet die Familie 1 Million Dollar für Hinweise – "auch wenn sie nicht mehr am Leben ist".

Hunderte Menschen haben vor dem Haus der entführten 84-jährigen Nancy Guthrie Blumen niedergelegt
Hunderte Menschen haben vor dem Haus der entführten 84-jährigen Nancy Guthrie Blumen niedergelegtAPA-Images / AP / Felicia Fonseca
Martin Kubesch
Akt. 24.02.2026 16:45 Uhr

Es ist einer der aufsehenerregendsten Entführungsfälle der letzten Jahrzehnte – und einer der merkwürdigsten. Vor mittlerweile 24 Tagen verschwand die 84-jährige gehbehinderte Nancy Guthrie mitten in der Nacht aus ihrem Haus nahe Tucson, Arizona.

Nancy Guthrie ist Witwe und Mutter von drei Kindern. Ihre Tochter Savannah Guthrie ist in den USA ein bekannter TV-Star, sie moderiert die seit 15 Jahren landesweit ausgestrahlte Sendung "The Today Show". Die Entführung der Seniorin wurde damit zum Medienereignis.

Doch obwohl die Behörden mehrere Videos veröffentlichten, die den oder einen der mutmaßlichen Entführer zeigen und aus dem ganzen Land mittlerweile an die 40.000 Hinweise eingegangen sind, bleibt Nancy Guthrie bislang spurlos verschwunden.

Nun wandte sich Savannah Guthrie in einem herzzerreißenden Video einmal mehr an die Entführer. Und bietet 1 Million Dollar für Informationen über ihre Mutter – auch wenn diese nicht mehr am Leben sein sollte. Denn sie und ihre Geschwister müssten Gewissheit haben, was mit ihrer Mutter passiert sei.

Die jüngsten Entwicklungen im Entführungsfall der 84-Jährigen, wie das Schicksal von Nancy Guthrie Millionen Menschen berührt und weshalb die Behörden bei der Suche nach der Vermissten bisher erfolglos gewesen sind – das ist über das mysteriöse Verschwinden von Nancy Guthrie bekannt:

Mit Flyern wird mittlerweile in mehreren Bundesstaaten nach Nancy Guthrie gesucht. Auch auf Spanisch, Mexiko ist hier nur einen Steinwurf weit entfernt
Mit Flyern wird mittlerweile in mehreren Bundesstaaten nach Nancy Guthrie gesucht. Auch auf Spanisch, Mexiko ist hier nur einen Steinwurf weit entfernt
APA-Images / AFP Getty / JOE RAE

Worum geht es?
Um einen der ungewöhnlichsten Vermisstenfälle der letzten Jahre. Denn gesucht wird Nancy Guthrie, eine 84-jährige Frau aus Catalina Foothills, einem Vorort von Tucson im US-Bundesstaat Arizona. Die alte Dame ist in ihrer Mobilität stark eingeschränkt, sie hat einen Herzschrittmacher und muss täglich Medikamente einnehmen.

Was ist mit ihr geschehen?
Das letzte Mal gesehen wurde sie am Abend des 31. Jänner 2026. Da aß sie mit ihrer Tochter Annie und deren Ehemann, dem gebürtigen Italiener Tommaso Cioni, in deren Haus zu Abend. Danach hat ihr Schwiegersohn sie zurück nach Hause gebracht. Um 21.48 Uhr (das rekonstruierte die Polizei mittlerweile) hat der 50-Jährige Nancy Guthrie daheim abgesetzt. Er habe sich vergewissert, dass die Frau sicher in ihr Haus gelangte und fuhr dann selbst heim.

Wie ging es weiter?
Am nächsten Morgen – es war Sonntag – kam Nancy Guthrie nicht wie gewohnt in die Kirche. Ein Gemeindemitglied kontaktierte ihre Familie gegen elf Uhr vormittags. Knapp vor 12 Uhr sind ihre Angehörigen in ihrem Haus, wo jede Spur der 84-Jährigen fehlt. Nach einem kurzen Rundgang über das Grundstück wählen sie den Notruf – der Beginn dieses seltsamen Falles.

Was taten die Behörden?
Das lokale Sheriff-Büro von Pima County startete zunächst eine Suchaktion im Umfeld des Hauses von Nancy Guthrie. Mit Such- und Rettungsteams, darunter Hundestaffeln, Drohnen und Hubschrauber sowie Unterstützung des US-Grenzschutzes. Doch es fand sich keine Spur der 84-Jährigen.

Nancy Guthries Haus in einem Vorort von Tucson, Arizona. Von hier verschwand die 84-Jährige in der Nacht auf den 1. Februar 2026
Nancy Guthries Haus in einem Vorort von Tucson, Arizona. Von hier verschwand die 84-Jährige in der Nacht auf den 1. Februar 2026
REUTERS/Rebecca Noble

Was passierte dann?
Am 2. Februar wurde die Suche in eine strafrechtliche Ermittlung umgewandelt. Sheriff Chris Nanos erklärte, dass Nancy Guthrie vermutlich "gegen ihren Willen aus dem Haus gebracht worden" sei, eventuell sogar noch mitten in der Nacht. Und dass man davon ausgehe, dass die alte Lady entführt worden sei.

Drei Gründe, warum die Polizei von einer Entführung ausgeht

  • Nancy Guthrie ist nicht dement. Sie ist in ihrer Mobilität eingeschränkt, aber geistig auf der Höhe.
  • Die Situation im Haus deutet darauf hin. Alle persönlichen Gegenstände, darunter auch ihr Handy, sind da.
  • Vor der Haustüre fanden sich Blutspuren, die ihr genetisch zugeordnet werden konnten.

Das Horror-Video: Kurz vor 2 Uhr früh setzte ein Unbekannter die Sicherheitskamera außer Gefecht

Aber weshalb sollte jemand eine 84-Jährige kranke Frau entführen?
Möglicherweise deshalb, weil Nancy die Mutter von Savannah Guthrie ist, eine der bekanntesten TV-Journalistinnen der USA. Die 54-Jährige gehört seit 15 Jahren zum Team der beliebten Frühstücks-TV-Sendung "The Today Show" auf NBC und ist eine der Hauptmoderatorinnen der Sendung. Im Oktober 2020 moderierte sie zudem ein sogenanntes "Townhall Meeting" mit Donald Trump im Rahmen des Präsidentschaftswahlkampfes.

Hat sich der US-Präsident dazu gemeldet?
Ja, Donald Trump rief Savannah Guthrie am 4. Februar an, bot ihr zusätzliche Unterstützung des Bundes an und äußerte seine Hoffnung auf die Genesung ihrer Mutter. Das Weiße Haus veröffentlichte zudem Informationen über Guthrie auf seinen Social-Media-Kanälen und rief die Öffentlichkeit dazu auf, alle relevanten Informationen zu melden.

Hat Nancy Guthrie noch weitere Kinder?
Ja, insgesamt drei. Neben Savannah und der älteren Annie, die als Autorin, Dichterin und Schmuckdesignerin in Tucson tätig ist, gibt es noch Sohn Camron, einen Air-Force-Piloten im Ruhestand.

Stammt die Familie aus Arizona?
Nein, der Ehemann von Nancy, Charles Guthrie, war Bergbauingenieur, die Familie musste deshalb öfter umziehen. Savannah kam in Australien zur Welt, wo ihr Vater damals tätig war. 1973 siedelte die Familie zurück in die USA und ließ sich in Tucson nieder.

Lebt Charles Guthrie noch?
Nein, er starb 1988 an einem Herzinfarkt, seit damals war Nancy Guthrie mit ihren Kindern alleine. Nicht zuletzt deshalb ist das Verhältnis der drei Kinder zu ihrer Mutter sehr eng.

Bestätigte sich die Vermutung, dass es sich um eine Entführung handelt?
Jedenfalls trafen seit dem Verschwinden der 84-Jährigen immer wieder Lösegeldforderungen bei Medien ein. Die erste erhielt der Lokalsender KOLD-TV schon am 2. Februar, die Behörden stuften sie als authentisch ein und leiteten sie an das FBI weiter, das mittlerweile in die Untersuchung eingebunden worden war.

Im Oktober 2020 moderierte Savannah Guthrie ein Townhall Meeting mit Donald Trump. Er bot ihr jetzt seine Unterstützung an
Im Oktober 2020 moderierte Savannah Guthrie ein Townhall Meeting mit Donald Trump. Er bot ihr jetzt seine Unterstützung an
APA-Images / AP / Evan Vucci

Wie viele Lösegeldforderungen gab es seither noch?
Am 3. Februar erhielt das Promiportal TMZ ein mutmaßliches Lösegeldschreiben, in dem Millionen von Dollar in Bitcoin gefordert wurden. Am 5. Februar behauptete Harvey Levin, Gründer von TMZ, einen weiteren Lösegeldbrief erhalten zu haben. Und am 11. Februar soll ein weiteres Schreiben bei dem Portal eingegangen sein, wo gegen Zahlung von 1 Bitcoin (aktuell ca. 57.000 Euro) Informationen über die Entführer von Nancy Guthrie geboten worden seien.

Werden diese Briefe vom FBI als authentisch eingestuft?
Dazu machte die US-Bundespolizei bislang keine Angaben.

Weshalb bietet die Familie jetzt von sich aus Geld an?
Weil man offenbar zu der Auffassung gelangt ist, dass die Chance, dass Nancy Guthrie noch am Leben ist, mit jedem Tag geringer wird. Einerseits sie seit mehr als drei Wochen ohne ihre Herzmedikamente auskommen muss. Und weil die lange Zeit ohne eine authentische Nachricht der Entführer darauf schließen lässt, dass es möglicherweise nichts mehr gibt, was diese gegen Geld eintauschen könnten. Da man Gewissheit haben möchte, wandte sich die Familie jetzt in einem Instagram-Video an die Entführer oder mögliche Mitwisser.

Was sagt Savannah Guthrie in dem Video?
"Wir glauben immer noch an ein Wunder, wir glauben immer noch, dass sie nach Hause kommen kann – Hoffnung wider alle Hoffnung", so die Moderatorin mit tränenerstickter Stimme. "Wir wissen auch, dass sie vielleicht verloren ist, dass sie vielleicht schon fort ist, dass sie vielleicht schon heimgegangen ist zu dem Herrn, den sie liebt."

Und weiter?
"Wenn es so ist, dann akzeptieren wir das. Aber wir müssen wissen, was mit ihr geschehen ist." Deshalb biete man bis zu 1 Million Dollar für jede Information, die dazu führt, dass ihre Mutter gefunden wird. Außerdem werde die Familie 500.000 Dollar an das National Center for Missing and Exploited Children spenden: "Wir hoffen, dass die Aufmerksamkeit, die unserer Mutter und unserer Familie zuteil wurde, auch allen anderen Familien in ähnlichen Situationen zugutekommt", so Savannah Guthrie.

War die Familie denn bereit, Lösegeld zu bezahlen?
Ja, am 7. Februar erklärten die drei Kinder in einem gemeinsamen Video, eine Lösegeldforderung erfüllen zu wollen.

Aber gab es denn eine ernst zu nehmende Lösegeldforderung?
Dazu gibt es keinerlei gesicherte Informationen seitens des FBI, man kann aber aus den Worten von Savannah Guthrie darauf schließen. Sie sagt: "Wir haben Ihre Botschaft erhalten und wir verstehen. Wir bitten Sie, unsere Mutter freizulassen. Wir werden zahlen."

Und wurde gezahlt? Weiß man, wieviel?
Nein, man weiß darüber gar nichts. Eine angebliche Frist für die Bezahlung des Lösegelds am 9. Februar verstrich, ohne dass weitere Aktionen bekannt geworden wären. Allerdings wandte sich Savannah Guthrie am selben Tag wieder an die Öffentlichkeit.

Was sagte sie?
Sie bat nicht nur um weitere Gebete für ihre Mutter, sondern forderte auch ganz offen dazu auf, verdächtige Beobachtungen an die Behörden zu melden. Daraus lässt sich schließen, dass es offenbar doch nicht zu einer Lösegeldzahlung gekommen sein dürfte.

Wie wurden die Lösegelder in den vermeintlichen Erpresserbriefen eigentlich gefordert?
Als Bitcoin-Zahlungen. Die Kryptowährung hat sich als eines der beliebtesten Zahlungsmittel für Kriminelle etabliert, weil sie als sehr schwer zurückverfolgbar gilt.

Was sagt das FBI zu alledem?
Es gibt dazu keine näheren Informationen seitens der Bundespolizei. Einen Tag später, am 10. Februar, ging allerdings FBI-Direktor Kash Patel mit einer aufsehenerregenden Mitteilung an die Öffentlichkeit.

Was ist passiert?
Der Direktor veröffentlichte mehrere Fotos und auch Videos, die möglicherweise den oder zumindest einen der Entführer von Nancy Guthrie zeigen. Und er wandte sich auch mit ganz konkreten Infos an die Bevölkerung.

Was hatte das FBI zu erzählen?
Es wurde ermittelt, dass in der Nacht von Samstag, 31. Jänner, auf Sonntag, 1. Februar, um 1.47 Uhr eine unbekannte Person, die komplett vermummt und bewaffnet war, versucht hat, eine in die Türklingel von Nancy Guthries Haus eingebaute Überwachungskamera (eine sogenannte Nest-Kamera von Google) zuerst mit Pflanzen abzudecken und schließlich außer Betrieb gesetzt hat.

Der mutmaßliche Entführer vor der Eingangstüre zu Nancy Guthries Haus. Die Pistole trägt er an der Vorderseite seines Hosenbundes mittig
Der mutmaßliche Entführer vor der Eingangstüre zu Nancy Guthries Haus. Die Pistole trägt er an der Vorderseite seines Hosenbundes mittig
FBI

Wie konnte man das ermitteln, wenn die Kamera außer Betrieb gesetzt wurde?
Das war offenbar eine recht komplizierte Aufgabe für die FBI-Techniker, denn sie haben scheinbar mehr als eine Woche dafür benötigt. Ein Hightech-Experte erklärte im US-TV, dass derartige Sicherheitskameras auch dann Bewegungen und Vorgänge in ihrer Umgebung aufzeichnen, wenn ihre Sensoren abgedeckt würden (was der Unbekannte versucht hat) oder sonst wie an ihnen manipuliert würde.

Was ist auf den Bildern und Videos zu sehen?
Eine Person, die nicht zu schlank ist und auch nicht sonderlich beweglich wirkt, die sich an der Kamera in der Türklingel von Nancy Guthries Haus zu schaffen macht. Die Person – es lässt sich nur schwer feststellen, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt – trägt dabei eine Jacke, eine Sturmhaube (oder Skimütze), die nur die Augen und den Mund frei lässt, Gummihandschuhe, einen Rucksack sowie eine Waffe in einem Holster.

Chris Nanos, der Sheriff von Pima County, leitete anfangs die Suche nach Nancy Guthrie
Chris Nanos, der Sheriff von Pima County, leitete anfangs die Suche nach Nancy Guthrie
REUTERS/Rebecca Noble

Lässt sich daraus bereits etwas ableiten?
In Interviews erklärten am Mittwoch mehrere ehemalige Polizisten und FBI-Ermittler, dass aus der Art, wie diese Person die Waffe an ihrem Körper befestigt hat, ablesbar sei, dass diese Person kaum oder keine Erfahrung im Umgang mit Faustfeuerwaffen haben dürfte.

Was lässt sich über die Waffe sagen?
Dass es sich dabei um eine Automatikpistole handeln dürfte. Die Waffe soll dabei angeblich in einem Gürtelholster stecken, der eigentlich für Revolver mit langem Lauf konzipiert sei, wie aufmerksame User auf Social Media bemerkten.

Gibt es noch weitere Erkenntnisse aus den Videoclips?
Die Person, die darauf zu sehen ist, wirkt seltsam ziellos, als würde sie erst überlegen müssen, was sie eigentlich möchte. Und es stellt sich natürlich die Frage, ob das FBI wirklich alles Videomaterial veröffentlicht hat, oder ob einzelne Teile zurückgehalten worden sind, um sich einen gewissen Informationsvorsprung zu behalten und allfällige Trittbrettfahrer rasch aussortieren zu können.

Mit ausgerissenen Pflanzen versucht der Vermummte zunächst, die Kamera abzudecken
Mit ausgerissenen Pflanzen versucht der Vermummte zunächst, die Kamera abzudecken
FBI

Haben die Videos schon neue Ermittlungsansätze ermöglicht?
Wie US-Medien am Mittwoch meldeten, fand in der Nacht auf Mittwoch eine Suchaktion auf dem Gelände von Nancy Guthries Haus bzw. im Umfeld statt. Auch im Haus von Annie Guthrie und ihrem Mann Tommaso Cioni seien Ermittler gewesen und hätten Fotos gemacht.

Es soll auch eine Festnahme gegeben haben?
Es wurde Dienstagabend ein Mann bei einer Fahrzeugkontrolle angehalten, der von den Ermittlern mitgenommen, mehrere Stunden lang befragt, dann aber freigelassen wurde. Der Mann, offenbar ein Einwanderer namens Carlos, der bei einem Lieferservice arbeitet, stellte sich unmittelbar nach seiner Freilassung den Medien und gab an, gar nicht gewusst zu haben, worum es eigentlich geht. "Ich verfolge die Nachrichten nicht", erkläre er. Aber er hoffe, dass der Täter bald gefunden werde – er sei aber jedenfalls nicht dieser Täter.

Haben sich die Behörden darüber geäußert, weshalb gerade dieser Mann befragt worden ist?
Nein, dazu wurden bislang keine Angaben gemacht.

Wie geht es denn jetzt weiter?
Auch dazu spekulierten im US-TV vor allem ehemalige Ermittler verschiedener Behörden. Denn das FBI, federführend bei den Ermittlungen im Entführungsfall Nancy Guthrie, hat sich seit der Veröffentlichung der Bilder und Videos sehr bedeckt gehalten.

Gibt es viele Hinweise aus der Bevölkerung?
Ja, nach dem Aufruf von Savannah Guthrie seien alleine beim Sheriff's Department mehr als 4.000 Hinweise binnen 24 Stunden eingegangen, so ein Sprecher. Der Nachteil derartiger Aktionen, so erfahrene Ermittler, sei allerdings der, dass all diesen Hinweisen auch nachgegangen werden müsse, was wertvolle Manpower binde, aber nur selten echte Ergebnisse bringe. Insgesamt wurden bis jetzt an die 40.000 Hinweise aus der Bevölkerung an die Behörden weiter gegeben.

Also, was wird als Nächstes unternommen?
Derzeit würde abermals das Umfeld um Nancy Guthries Haus abgesucht, teilten Beobachter am Mittwochabend mit. Zudem wolle man auch die Aufzeichnungen von Sicherheitskameras der umliegenden Häuser auswerten, um so vielleicht eine Person zu finden, die mit jener auf den Videos übereinstimmen könnte. Und dann gilt das Interesse der Ermittler der Kleidung jener Person auf dem Video.

Am Mittwoch konzentrierte sich die Suche der Ermittler nach Nancy Guthrie wieder auf die Umgebung ihres Hauses nördlich von Tucson
Am Mittwoch konzentrierte sich die Suche der Ermittler nach Nancy Guthrie wieder auf die Umgebung ihres Hauses nördlich von Tucson
APA-Images / AP / Ty ONeil

Was ist damit?
Diese könnte erst unlängst gekauft worden sein, vielleicht sogar in einem Geschäft in der Nähe des Tatortes. Auf jeden Fall wirkt sie ziemlich willkürlich zusammengestellt, als wäre sie nicht eigens ausgesucht worden, sondern jemand habe sich gerade das gegriffen, was da gewesen sei. Auch das würde dafür sprechen, dass es sich bei dem oder den Tätern um Amateure handeln könnte, die sich in eine Situation manövriert haben, aus der sie jetzt nicht mehr herausfinden, so der ehemalige NYPD-Detective Paul Mauro auf Fox News.

Besteht denn überhaupt noch eine Chance, Nancy Guthrie lebend zu finden?
Die Hoffnungen schwinden mit jeder Stunde. Vor allem auch deshalb, weil es scheinbar zu keinerlei authentischer Lösegeldforderung gekommen ist,  bei der ein Lebenszeichen der entführten Person übermittelt wird. Das lässt die Behörden mittlerweile darauf schließen, dass entweder ein Entführungsversuch fatal schiefgegangen ist. Oder dass überhaupt etwas ganz anderes hinter dem Verschwinden von Nancy Guthrie steckt. Ob die ausgelobte Millionen-Belohnung daran etwas ändert, wird sich zeigen.

Martin Kubesch
Akt. 24.02.2026 16:45 Uhr