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Ärzte schlagen Alarm

Obamas als Affen gepostet: Wie dement ist Trump wirklich?

Der US-Präsident sei nicht nur körperlich in schlechter Verfassung, sondern auch rasch fortschreitend dement. Das behaupten immer mehr Ärzte, nun lieferte Trump einen Beleg. Er postete ein rassistisches Video, es zeigt Ex-Präsident Obama und seine Frau als Affen.

Müder Mann im Weißen Haus: Dem US-Präsidenten fallen immer öfter die Augen zu
Müder Mann im Weißen Haus: Dem US-Präsidenten fallen immer öfter die Augen zuAPA-Images / AFP / ANDREW CABALL
Martin Kubesch
Akt. 06.02.2026 23:55 Uhr

Das Thema lässt ihn nicht los. Auch eineinhalb Jahre, nachdem sich sein Amtsvorgänger Joe Biden aus Altersgründen aus dem Rennen um die Präsidentschaft verabschiedet hat, tritt Donald Trump gegen den 83-Jährigen nach. Zuletzt am Weltwirtschaftsforum in Davos. In seiner erratischen Rede nannte Trump den Demokraten einmal mehr "Sleepy Joe" – weil dieser angeblich ständig eingeschlafen sei.

Er hingegen sei "kein Schläfer", wird der Präsident, der im Juni seinen 80er feiert, nicht müde zu betonen. Und auch sonst wäre er noch wesentlich fitter, als es sein Vorgänger jemals gewesen sei.

Auch Trumps Gefolgschaft verbreitet die Story vom rüstigen Senior bei jeder Gelegenheit. Das Bild vom nimmermüden, virilen und stets angriffslustigen Präsidenten ist Teil des Gesamtpakets, das Amerikas MAGA-Fans zum zweiten Mal ins Weiße Haus gehievt haben.

Das Problem: es stimmt nicht. Trump würde immer weniger Termine absolvieren, ihm fallen bei öffentlichen Auftritten die Augen zu, sein Körper zeigt Anzeichen krankhafter Veränderungen, seien es blaue Flecken an den Händen oder geschwollene Beine und Knöchel.

Aber mehr als der körperliche bereitet der geistige Zustand des Präsidenten Sorge. Er sei nur wenige Stunden pro Tag aufnahmefähig, rede zunehmend wirres Zeug, verwechsle Namen und Orte. Wie in Davos, wo er mehrfach "Grönland" als "Island" bezeichnete. Und: Nun postete er die Obamas als Affen.

Barack und Michelle Obama als Affen: Screenshot aus dem rassistischen Video, das Trump diese Woche postete
Barack und Michelle Obama als Affen: Screenshot aus dem rassistischen Video, das Trump diese Woche postete
@realDonaldTrump

Vor allem dieser kognitive Verfall des Präsidenten sei dramatisch und Folge einer rasch fortschreitenden Demenz, so der US-Psychologe John Gartner. Das sei auch der Grund, weshalb Trumps Auftritte und Forderungen in den letzten Monaten zunehmend bizarrer seien, er in seinen Reden ständig den Faden verliere und seine verbalen Ausfälle immer unangemessener wären, so der Mediziner.

Wie renommierte Ärzte Donald Trumps aktuellen Gesundheitszustand einschätzen, wie sich sein Arbeitspensum zwischen erster und zweiter Präsidentschaft verändert hat und welche Folgen eine Demenzerkrankung des mächtigsten Mannes der Welt schlimmstenfalls haben könnte – das ist über den aktuellen Gesundheitszustand von Donald Trump bekannt:

Seine körperliche Fitness: So gesund ist Donald Trump

Zunächst die Hard Facts:
Donald John Trump, geboren am 14. Juni 1946, der US-Präsident feiert also in gut vier Monaten seinen 80. Geburtstag.
Der US-Präsident ist 1,90 Meter groß und wog laut seinem letzten Gesundheitsbulletin vom letzten April 102 Kilo.

Wie sieht Trumps Fitness-Lifestyle aus?
Trump treibt seit vielen Jahren keinen regelmäßigen Sport, außer dass er Golf spielt. Er isst gerne Fast Food und rotes Fleisch, trinkt allerdings seit Jahrzehnten keinen Alkohol und raucht auch nicht.

Nimmt Trump Medikamente?
Der 79-jährige leidet laut seinem Arzt, Sean P. Barbabella, an einem erhöhten Cholesterinspiegel und nimmt die Medikamente Crestor und Zetia ein, um seinen LDL-Cholesterinspiegel zu senken.

Und sonst?
Trump hat erst kürzlich zugegeben, dass er Unmengen an Aspirin zu sich nimmt. "Sie sagen, Aspirin ist gut zur Verdünnung des Blutes, und ich will nicht, dass dickes Blut durch mein Herz fließt", sagte der Präsident dem Wall Street Journal. Laut dem Kardiologen Jonathan Reiner, der lange Zeit Leibarzt des unlängst verstorbenen früheren US-Vizepräsidenten Dick Cheney war, würde Trump seit Jahren das Vierfache der empfohlenen Maximaldosis Aspirin pro Tag zu sich nehmen, was der Mediziner als "völligen Unsinn" bezeichnet.

Weiß Trump, dass das nicht gut für ihn ist?
Aber ja, er spricht es auch in dem Interview direkt an: Seine Ärzte hätten ihm empfohlen, eine geringere Dosis zu nehmen. Aber er sei da "ein wenig abergläubisch", so Trump.

Welche Folgen kann dauerhaft überdosiertes Aspirin (= Acetylsalicylsäure) haben?
Es kann zu Magen- und Darmproblemen führen, die Nierenfunktion verschlechtern und den Blutdruck durch Flüssigkeitseinlagerungen erhöhen. Vor allem aber hemmt Aspirin die Blutgerinnung. Das bedeutet, das Blut ist dünner, was das Risiko von inneren Blutungen deutlich erhöht, etwa wenn jemand stürzt oder auf andere Art Druck auf den Körper ausgeübt wird.

Gibt es Anzeichen dafür, dass Trump damit ein Problem haben könnte?
Seit Monaten rätselt die Welt über immer wiederkehrende blaue Flecken auf den Handrücken des Präsidenten. Zunächst versuchte Trump diese zu überschminken, mittlerweile lässt er es zu. Die Flecken kämen vom häufigen Händeschütteln, so die Erklärung des Weißen Hauses. In Verbindung mit der bekannt gewordenen Aspirin-Überdosierung würde diese Erklärung Sinn ergeben. Aber es gibt noch eine zweite Möglichkeit.

Im Wahlkampf 2024 als Greis verunglimpft: Joe Biden bei der Fernsehdebatte mit Donald Trump
Im Wahlkampf 2024 als Greis verunglimpft: Joe Biden bei der Fernsehdebatte mit Donald Trump
Picturedesk

Nämlich?
Dass Trump regelmäßig Venenzugänge an den Handrücken gelegt werden. Auch in diesem Fall käme es früher oder später zu blauen Flecken rund um die Einstiche. Umso mehr, wenn das Blut aufgrund der hohen Aspirin-Dosierung nur schwer gerinnt.

Gibt es dafür irgendeine Bestätigung?
Nein. Aber diese Theorie wird in Journalisten- wie in Medizinerkreisen sehr wohl diskutiert. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Lage der blauen Flecken an den Handrücken besser zu Venenzugängen passen würde als zu Druckflecken vom Händeschütteln. Dort, wo die blauen Flecken liegen, berührt man sich normalerweise nicht, wenn man Hände schüttelt.

Was ist mit Trumps geschwollenen Beinen und Knöcheln?
Diese seien auf eine "chronische venöse Insuffizienz" zurückzuführen, ließ das Weiße Haus verlauten, nachdem Fotos vom Präsidenten mit dick angeschwollenen Knöcheln bekannt geworden sind.

Was ist das?
Ein Venenleiden, das bei älteren Personen recht häufig vorkommt, wenn sie nicht genügend körperliche Bewegung machen, zu viel sitzen und übergewichtig sind. Vereinfacht erklärt: Die Venen haben nicht mehr genug Kraft, um das Blut aus den Beinen gegen die Schwerkraft zurück ins Herz zu pumpen. Die Folge: "schwere" Beine, geschwollene Unterschenkel und Knöchel, Spannungsgefühl.

Ist das gefährlich?
Es ist auf lange Sicht nicht ungefährlich, aber gut behandelbar. Wichtig ist es, Kompressionsstrümpfe zu tragen, mehr zu gehen oder die Beine hochzulagern. Diese Erkrankung ist ein Zeichen für Trumps Alter und seinen körperlichen Zustand, nicht mehr, nicht weniger.

Die blauen Flecken an den Händen von Trump werden immer intensiver, mittlerweile überschminkt sie der Präsident auch nicht mehr
Die blauen Flecken an den Händen von Trump werden immer intensiver, mittlerweile überschminkt sie der Präsident auch nicht mehr
REUTERS/Jonathan Ernst

Gibt es noch andere medizinische "Baustellen", von denen man weiß?
Zuletzt lenkte der Präsident von sich aus die Aufmerksamkeit auf eine ungeplante MRT-Untersuchung Anfang Oktober 2025 im Walter Reed Militärhospital. Auf die Reporterfrage, worum es denn dabei gegangen sei, antwortete er nur: "Ich habe keine Ahnung, was sie analysiert haben, aber sie sagten, dass ich ein so gutes Ergebnis erzielt habe wie noch nie zuvor."

Und weiß man inzwischen, was analysiert wurde?
Ja, nach mehreren Wochen veröffentlichte das Weiße Haus ein Statement, wonach das Abdomen (also der Bereich zwischen Brustkorb und Becken) des Präsidenten "völlig unauffällig sei und alle wichtigen Organe sehr gesund und gut durchblutet" erscheinen. Weshalb man es überhaupt für notwendig hielt, diese Untersuchung durchzuführen, behielt das Büro des Präsidenten jedoch für sich.

Weshalb fallen dem Präsidenten in letzter Zeit immer häufiger die Augen zu?
Das ist schon ein sensibleres Thema im Team Trump. Denn in seiner Erzählung war sein Amtsvorgänger Joe Biden der "Schläfer", er selbst ist aber immer hellwach. Nur: Inzwischen war bereits die halbe Welt per TV-Kamera Zeuge, dass es längst nicht mehr so ist.

Sondern?
Ganz offenbar hat Trump mit denselben Tücken des Alters zu kämpfen wie sein Vorgänger: Seine Konzentrationsfähigkeit lässt nach und er wird häufiger schläfrig. Besonders deutlich ist das bei Terminen zu beobachten, bei denen Trump lange zuhören muss, ohne selbst sprechen zu dürfen. Dann sinken seine Augenlider regelmäßig auf halbmast.

Hat diese Müdigkeit Auswirkungen auf das Arbeitspensum des Präsidenten?
Ja, auf jeden Fall, was den zeitlichen Aspekt betrifft. Die New York Times verglich das Arbeitspensum von Trump anhand seines öffentlich zugänglichen offiziellen Terminkalenders. Verglichen wurde dabei 2017, das erste Jahr seiner ersten Präsidentschaft, mit 2025, also dem ersten Jahr seiner zweiten Präsidentschaft.

Und was hat sich verändert?

  • Im Jahr 2017 begannen Trumps geplante Termine im Durchschnitt um 10:31 Uhr. 2025 aber erst um 12:08 Uhr, also kurz nach Mittag.
  • 2017 wie 2025 endeten seine Termine etwa zur gleichen Zeit, und zwar kurz nach 17 Uhr.
  • Mit anderen Worten: Seine tägliche durchschnittliche Arbeitszeit war letztes Jahr um eineinhalb Stunden kürzer als noch 2017.
  • Auch die Gesamtzahl der offiziellen Auftritte des Präsidenten ist um 39 Prozent, also um mehr als ein Drittel gesunken.
  • 2017 absolvierte Trump zwischen 20. Jänner und 25. November 1.688 offizielle Termine, im gleichen Zeitraum 2025 waren es 1.029.
  • Last but not least: Der Präsident erscheint meist erst zwischen 11 und 12 Uhr im Oval Office, ob er jetzt Termine hat oder nicht.
Trump nahm 2025 um fast 40 Prozent weniger Termine wahr als im ersten Jahr seiner ersten Präsidentschaft
Trump nahm 2025 um fast 40 Prozent weniger Termine wahr als im ersten Jahr seiner ersten Präsidentschaft
REUTERS/Evelyn Hockstein

Was tut Trump eigentlich im Oval Office, wenn er keine Termine hat?
Das ist eine berechtigte Frage, die auch in Washington immer öfter gestellt wird. Denn auch wenn sein unmittelbares Umfeld einen Schutzschirm um den Präsidenten bildet, wird doch immer klarer, dass Trump eigentlich kaum etwas zu tun hat und auch kaum etwas tun möchte. Er dehnt jene Zeit, die er in seiner Privatresidenz verbringt, immer mehr aus und reduziert seine Bürozeiten.

Gibt es dafür Belege?
Es gibt Beobachtungen. "Sie stellen ihn als effektiv dar", sagt der Mediziner Jeffrey Kuhlman über Trumps Berater, "aber jedes Mal, wenn er im Oval Office ist, sitzt er nur herum." Und Kuhlman weiß, wovon er spricht. Er war von 2000 bis 2013 als Arzt im Weißen Haus tätig und hat danach ein Buch über die Gesundheitsversorgung der US-Präsidenten verfasst.

Wo liegen die Unterschiede?
Der Tagesablauf von Trump würde sich deutlich von dem seiner Amtsvorgänger George W. Bush und Barack Obama unterscheiden, so Jeffrey Kuhlman. Beide hätten Sport fest in ihren Tagesablauf integriert, Bush sei zudem jeden Tag um 6.45 Uhr im Oval Office gewesen. Obama kam zwar oft erst um 10, hätte aber bis tief in die Nacht gearbeitet. Bei Trump hingegen werde nichts dergleichen beobachtet.

Was soll das bedeuten?
Dass Trump von seinem Umfeld zwar als viriler, kraftvoller und aktiver Macher dargestellt wird, der rund um die Uhr für das Land und seine Menschen arbeitet. Der Präsident in Wahrheit aber kaum etwas zu tun habe, weil die Arbeit von ihm weggeschaufelt wird. Ob das so ist, weil er an Details desinteressiert ist oder weil er schlicht zu müde dafür ist, bleibt dabei dahingestellt.

Trumps geistige Fitness: Immer mehr Mediziner schlagen Alarm

Während der körperliche Zustand des US-Präsidenten nicht sonderlich überraschend ist für einen Mann seines Alters und mit seiner Vita, sorgen die zunehmenden Auffälligkeiten in seinem intellektuellen Verhalten immer häufiger für Sorgenfalten bei Medizinern.

Worum geht es?
Trumps zunehmender Hang, in Reden unzusammenhängende, oft auch völlig unpassende Dinge zu erzählen, seine immer radikaleren Aussagen über politische Gegner oder seine immer unangemesseneren Forderungen gegenüber allem und jedem ängstigen nicht nur Bürger in den USA und rund um den Globus, sondern lassen bei Psychologen die Alarmglocken läuten.

Warnt seit 2017 mit zunehmender Dringlichkeit vor der Psyche des US-Präsidenten: Psychologe John Gartner
Warnt seit 2017 mit zunehmender Dringlichkeit vor der Psyche des US-Präsidenten: Psychologe John Gartner
APA-Images / Everett Collection

Weshalb das?
Weil sie im zunehmend irrationalen Verhalten des Präsidenten meinen, eine rasch fortschreitende Demenz zu erkennen. Und das sei, gepaart mit der ohnedies sehr komplizierten Psyche Trumps, eine gefährliche Mischung.

Wer behauptet so etwas?
Einer der lautesten Warner vor Trump ist der renommierte US-Psychologe und Psychotherapeut John Gartner. Der 67-Jährige sammelte bereits 2017, am Beginn von Trumps erster Amtszeit, mehr als 41.000 Unterschriften von Fachkräften im Bereich der psychischen Gesundheit, um einer Petition, die er einbrachte, mehr Gewicht zu verleihen.

Was für eine Petition?
Die Fachleute sprachen Donald Trump die psychische Befähigung ab, das Präsidentenamt auszuüben. O-Ton: "Wir glauben in unserem fachlichen Urteil, dass Donald Trump eine schwere psychische Erkrankung aufweist, die ihn psychologisch unfähig macht, die Pflichten des Präsidenten der Vereinigten Staaten kompetent auszuüben."

Die Petition hatte keinen Erfolg?
Offensichtlich nicht, obwohl sie an den demokratischen Minderheitenführer im Senat, Chuck Schumer, ging.

Warum hält John Gartner den Präsidenten für psychisch krank?
Weil er bei ihm – aus der Ferne – "bösartigen Narzissmus" diagnostiziert, wie er unlängst in einem Interview mit dem Stern ausführte.

Was ist damit gemeint?
Die Diagnose bestehe aus vier Komponenten, so Gartner: Narzissmus, eine nahezu psychotische Paranoia, eine antisoziale Persönlichkeitsstörung und eine kriminelle Persönlichkeit. "Der Psychologe Erich Fromm prägte den Begriff, um die Psychologie Hitlers zu erklären", so John Gartner. "Alle vier lassen sich auch bei Trump erkennen."

Trump hat seinen Amtsvorgänger Barack Obama als Affen dargestellt: "Degenerieren die Frontallappen, fallen alle Hemmungen", so Psychologe John Gartner
Trump hat seinen Amtsvorgänger Barack Obama als Affen dargestellt: "Degenerieren die Frontallappen, fallen alle Hemmungen", so Psychologe John Gartner
APA-Images / AFP / MANDEL NGAN

Ist damit gemeint, Trump sei so furchtbar wie Hitler?
Es ist damit gemeint, dass beide die gleichen Persönlichkeitszüge in sich hatten bzw. haben. "Trump sieht die Welt als sein Spielzeug", so John Gartner im Stern. Als etwas, das nur dazu da sei, sein Ego und sein Machtgefühl zu stärken. Gartner: "Das ist das Beängstigende an diesem Moment: Das ganze Chaos in der Welt ist auf das sinkende Selbstwertgefühl eines Mannes zurückzuführen."

Hat das jetzt etwas mit Trumps angeblicher Demenz zu tun?
Nein, das sei die grundsätzliche Persönlichkeitsstruktur des Präsidenten, so der Psychologe. Dazu komme jetzt allerdings eine rasch fortschreitende Demenz, die seinen psychischen Zustand noch verschlimmere.

Woran macht der Psychologe diese Diagnose fest?
Am – auch körperlich feststellbaren – Verfall Trumps: "Etwa wenn er während Kabinettssitzungen minutenlang die Augen geschlossen hält, in seinen Reden zunehmend abschweift oder wiederholt Grönland mit Island verwechselt", so Gartner. Besonders merke man die Demenz aber an der Art, wie er sich immer grotesker, hemmungsloser und sozial unangemessener ausdrückt.

Dafür gibt es tatsächlich viele Beispiele …
Ja, und zwar immer mehr, und sie werden immer primitiver. Früher sei Trump in der Auseinandersetzung mit Gegnern ebenfalls nicht zimperlich gewesen, aber er hätte gewisse Grenzen respektiert, so Psychologe Gartner. Heute sei er nur mehr derb und ordinär. Etwa wenn er Journalistinnen (immer nur Frauen) laufend als "schrecklich", "furchtbar" oder "gescheitert" bezeichnet.

Gibt es auch einen aktuellen Beleg dafür?
Ja! Trump hat auf seiner Onlineplattform Truth Social ein Video gepostet, in dem Ex-Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle als Affen dargestellt werden – klar rassistisch. Inzwischen wurde der 62 Sekunden lange Clip gelöscht.

Weshalb macht er das?
"Weil Trump keine Hemmungen mehr hat", so Psychologe John Gartner. "Was dafür spricht, dass sich der Zustand seiner Frontallappen im Gehirn verschlechtert." Diese würden unser Urteilsvermögen beeinflussen, sie seien sozusagen die Bremsen des Gehirns. "Je stärker die Frontallappen degenerieren, desto enthemmter wird ein Mensch. Das sehen wir bei Trump."

Ist auch der bizarre "Brief" an Norwegens Ministerpräsidenten so zu erklären?
Ja, so Psychologe Gartner. Und er sei ein Zeugnis für die geistige Störung, unter der Trump leidet.

Steht der Mediziner mit dieser Meinung alleine da?
Ganz im Gegenteil, es schließen sich immer mehr Fachleute dieser Meinung an. Jonathan Reiner, ehemaliger Leibarzt von Vizepräsident Dick Cheney, erklärte auf X: "Dieser Brief (der an den norwegischen Ministerpräsidenten, Anm.) und die Tatsache, dass der Präsident angeordnet hat, ihn an andere europäische Länder weiterzuleiten, sollten eine parteiübergreifende Untersuchung des Kongresses zur Eignung des Präsidenten auslösen" (siehe Posting unten).

Wenn Trump abtritt, rückt Vizepräsident JD Vance nach, mit 51 deutlich jünger als Trump, aber nicht weniger gefährlich
Wenn Trump abtritt, rückt Vizepräsident JD Vance nach, mit 51 deutlich jünger als Trump, aber nicht weniger gefährlich
KEVIN DIETSCH / AFP Getty / picturedesk.com

Wie wird sich der Geisteszustand Trumps weiter entwickeln?
Wenn die Demenz-Diagnose von John Gartner stimmt, dann wird es wohl immer schlimmer werden, denn Demenz ist irreversibel. Man kann den Fortschritt medikamentös verlangsamen, aber nicht gänzlich aufhalten.

Was bedeutet das für das Präsidentenamt?
Der Psychologe ist pessimistisch, dass Trump und seine Gefolgsleute aufgehalten werden können: "Ich habe das Gefühl, dass es an diesem Punkt tatsächlich ein Wunder braucht, damit unsere Zivilisation überlebt."

Was meint er damit?
Dass Trump zunehmend die Hemmungen fehlen, in Konflikte zu gehen, die fatal für die Welt ausgehen könnten: "Ich mache mir Sorgen, dass wir auf einen Dritten Weltkrieg zusteuern – und es gut möglich ist, dass er vom amerikanischen Präsidenten selbst ausgelöst wird."

Martin Kubesch
Akt. 06.02.2026 23:55 Uhr