Erst las Donald Trump Europa die Leviten (hier der volle Wortlaut), vier Stunden später verkündete er den Abschluss eines "Rahmenvertrages" über Grönland. Wie es dazu kam, wie der Pakt ausschauen könnte, warum nicht alle darüber glücklich sind.

Es gibt entspanntere Arten anzureisen. Wobei – nach Entspannung sah US-Präsident Donald Trump ohnedies nicht aus, als er Mittwoch kurz nach 13 Uhr seine Air Force One am Flughafen Zürich verließ, um per Helikopter weiter nach Davos im Osten der Schweiz zu reisen.
Donald Trump und seine Entourage verließen Washington planmäßig Mittwoch gegen 2 Uhr Früh europäischer Zeit, musste aber nach knapp eineinhalb Stunden später zur Joint Base Andrews umkehren, da die Crew ein "kleines elektrisches Problem" an Bord der Air Force One festgestellt hatte.
Eine weitere Stunde später konnte Trump schließlich wieder abheben – an Bord einer Boeing C-32a, der militärischen Version einer Boeing 757. Erst gegen 6 Uhr Früh europäischer Zeit ging es schließlich Richtung Europa.
Entsprechend verspätet kam Trump am Flughafen Zürich-Kloten an. Um 12.35 Uhr landete sein Jet, etwa 30 Minuten später verließ der Präsident das Flugzeug, um in seinen Helikopter Marine One umzusteigen und Richtung Davos abzugeben.
Der Helikopter-Konvoi mit dem Rufnamen Scout One – er besteht insgesamt aus sieben Maschinen – hob schließlich kurz vor 13.30 Uhr von Zürich Richtung Davos nahe der österreichischen Grenze ab. Seine Rede startete rund 15 Minuten verspätet.
Die Verspätung führte auch dazu, dass die ersten bilateralen Gespräche des US-Präsidenten abgesagt wurden. Leidtragend: Vor allem der deutsche Kanzler Friedrich Merz, der Trump noch vor dessen geplanter Rede vor dem Weltwirtschaftsforum sprechen wollte – primär, um dessen unnachgiebige Grönland-Haltung sowie die angekündigten Strafzölle gegen einzelne EU-Staaten zu diskutieren.
Am Ende des Tages war wieder alles anders. Trump verkündete auf seinem Kanal Truth Social, dass er eine Art Vorabkommen über Grönland erzielt habe, Details verriet er nicht. Seine Rede vor dem World Economic Forum (hier in voller Länge im Wortlaut) und was es über den wilden Tag in Davos sonst zu wissen gibt:
Was ist der Stand der Dinge?
Der Mittwoch endete mit einer Überraschung. Um 20.27 Uhr meldete sich Donald Trump aus dem Nichts heraus auf Truth Social zu Wort und stellte die Ereignisse des Tages auf den Kopf. In seiner Rede am Nachmittag hatte er erneut vehement gefordert, dass Dänemark ihm Grönland überlassen müsse ("dieses Stück Eis"). Nun war wieder alles anders.
Was schrieb er genau?
"Aufgrund eines sehr produktiven Treffens mit dem Generalsekretär der NATO, Mark Rutte, haben wir den Rahmen für ein künftiges Abkommen in Bezug auf Grönland und tatsächlich die gesamte Arktisregion geschaffen. Diese Lösung wird, wenn sie umgesetzt wird, für die Vereinigten Staaten von Amerika und alle NATO-Staaten von großem Nutzen sein. Auf der Grundlage dieser Vereinbarung werde ich die Zölle, die am 1. Februar in Kraft treten sollten, nicht erheben. Es finden weitere Gespräche über den Goldenen Dom in Bezug auf Grönland statt. Weitere Informationen werden im Laufe der Gespräche bekannt gegeben. Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio, Sonderbeauftragter Steve Witkoff und verschiedene andere Personen werden je nach Bedarf für die Verhandlungen verantwortlich sein – sie werden mir direkt Bericht erstatten. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit in dieser Angelegenheit!"
Was ist mit "Abkommen" gemeint?
Darüber rätseln derzeit viele. Aber für Europa war zunächst eine andere Passage relevanter.

Nämlich?
Die Rücknahme der Zölle. Trump hatte 10 Prozent Strafzölle gegen acht europäische NATO-Partner angekündigt, wenn diese seinem Druck in der Grönland-Frage nicht nachgeben. Sie sollten zum Teil ab Februar, zum Teil ab Juli gelten.
Und was kommt jetzt?
Kurz vor seinem Posting zog Trump diese Zolldrohungen zurück. Er hatte sich zuvor mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte in Davos getroffen. Die Börsen reagierten auf die Nachricht mit Begeisterung.
Was bedeutet nun "Abkommen"?
Die Rede war von einem "Rahmenabkommen", auch Rutte verwendete diesen Begriff. Der Deal soll jedenfalls Grönland und die gesamte Arktis umfassen. Auf CNBC verwendete Trump später den Begriff „Konzeptvereinbarung".
Wie lange soll die Laufzeit sein?
Trump wurde von einem CNN-Reporter gefragt, ob er immer noch den Kauf der Insel anstrebe. Trump zögerte, blickte auf und überlegte, was er sagen sollte, bevor er antwortete: "Es ist das ultimative langfristige Abkommen." Auf die Frage, wie lange dieses Abkommen gelte, antwortete er: "Unendlich. Es gibt keine zeitliche Begrenzung. Es ist ein Abkommen für die Ewigkeit."
Wann werden Details veröffentlicht?
"Ziemlich bald", sagte Trump.

Was könnte gemeint sein?
Den USA könnte die Souveränität über kleinere Gebiete Grönlands eingeräumt werden, berichtete die New York Times unter Berufung auf drei ungenannte hochrangige Beamte. Zwei der Beamten verglichen den Vorschlag mit den britischen Militärbasen auf Zypern, die als britisches Territorium gelten.
Wie reagierte Dänemark?
Empört! Aaja Chemnitz ist eine der beiden Abgeordneten, die für Grönland im dänischen Parlament sitzen. "Was wir derzeit in den Äußerungen von Trump erleben, ist völlig absurd", schrieb sie auf Facebook. "Die NATO hat absolut kein Mandat, in Grönland ohne uns über irgendetwas zu verhandeln". Es gab aber auch Zustimmung und Hoffnung.
Was passiert nun?
Trump erklärte, Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio, Sondergesandter Steve Witkoff und weitere Regierungsvertreter würden die Verhandlungen über Grönland weiterführen.

Wie begann der Trump-Auftritt?
Um 14.45 Uhr betritt Trump die Bühne, bleibt kurz stehen, verbeugt sich leicht. Es gibt stehende Ovationen. Der US-Präsident geht ein paar Schritte, bleibt erneut stehen, erreicht schließlich das Pult und legt ohne Umschweife los.
Womit startete er?
Mit Selbstlob. Minutenlang beschreibt er die aktuelle Entwicklung in den USA. Er haben "phänomenalen Neuigkeiten" mitgebracht: Er sei seit einem Jahr im Amt und das Wachstum in den USA explodiere. Die Wirtschaft wachse, die Inflation gehe zurück. Der Wirtschaft gehe es nach Bidens schlechter Präsidentschaft wieder so gut, "unser Land hat so etwas noch nie gesehen."
Seine Lehre daraus?
Wenn es den USA gut gehe, geht es der Welt gut. Nicht alle sehen das momentan so.
Was sagte er zu Europa?
Zunächst gibt es Wohlwollen. "Ich liebe Europa, und ich will, dass es Europa gut geht", sagt er, dann aber: "Ich glaube, dass Europa nicht in die richtige Richtung geht". Es gäbe hier so viel Potenzial, aber es liege brach, "die Massenimmigration hat dies verhindert."
Was war die erste Beschimpfung?
Trump widmete sich den Energiepreisen. Er nennt den Klimaschutz (den er in Anlehnung an den Green New Deal "neuen grünen Betrug" nennt) sei schuld daran. Sein Vorschlag: Schneller Atomkraftwerke bewilligen und weg mit den Windrädern. China mache das klug. Stellen Windparks auf, aber benutzen sie nicht. Das sei nur zum Herzeigen. "Sie machen ein Vermögen mit dem Verkauf von Windanlagen. Nur Idioten kaufen sie."
Was war nun mit Grönland?
Er habe "sehr viel Respekt" vor Grönland, vor Dänemark", aber niemand außer den USA sei in der Lage, die Insel zu verteidigen. Das habe man im Zweiten Weltkrieg gesehen. Die Deutschen hätten Grönland in sechs Stunden eingenommen. "Wir haben für Dänemark gekämpft".
Was sieht er als Fehler?
Nach dem Weltkrieg habe man Grönland zurück an Dänemark gegeben. "Das war so dumm, warum haben wir das gemacht?" Nun sei Grönland so bedroht, wie noch nie.
Wie will er den Konflikt lösen?
Er sieht die NATO als Einbahnstraße. "Wir haben nichts von ihr erhalten. Das Einzige, was wir jetzt verlangen, ist, dass wir Grönland zurückbekommen. Trump sagt aber auch: "Ich werde keine Gewalt anwenden."
Was sonst?
Er fordert "umgehende Verhandlungen" mit Dänemark, um über den Erwerb Grönland zu sprechen. Nicht wegen der seltenen Erden, sondern aufgrund eines zentralen nationalen Sicherheitsinteresses der USA. "Das ist wirklich eine große Insel, die nicht gesichert ist. Sie liegt aber in der westlichen Hemisphäre und das ist unser Territorium."

Wie rieb er sich an der NATO?
Mehrfach erwähnt Trump das Missverhältnis aus seiner Sicht. Die USA würden die NATO zum 100 Prozent bezahlen, sein Land würde immer für andere Ländern einstehen, aber würden die anderen Länder auch für die USA? Die USA hätten Nazi-Deutschland und Japan besiegt und "nie etwas dafür erhalten".
Wie entgleiste die Rede plötzlich?
als Trump Grönland mit Island verwechselte (was den Isländern vielleicht einen kleinen Schock eingebracht hat). "Unser Aktienmarkt hat gestern wegen Island erstmals nachgegeben", sagt er. Die Isländer lieben mich, die nennen mich auch 'Daddy'." Er bitte jetzt nur "um ein Stück Eis". Kalt, weit entlegen. Aber es spiele eine große Rolle zum Schutz der Welt.
Was sagte er über die Ukraine?
Vor allem, dass sie sehr weit weg von den USA sei, ein "großer Ozean " liege dazwischen. Im Saal ist es ganz ruhig, als er die Opferzahlen des Krieges nennt. Allein im vergangenen Monat seien 31.000 Menschen getötet worden. "Es ist ein Blutbad, und ich will, dass es endet."
Wie endete die Rede?
Nach rund einer Stunde nennt Trump das Davoser Publikum "wahre Pioniere", es sei "brillant". Dann ist Schluss.

Was ist das WEF überhaupt?
Seeehr salopp gesagt das Forum Alpbach auf groß. Am World Economic Forum in Davos (10.000 Einwohner) treffen sich einmal im Jahr Spitzenmanager, Spitzenpolitiker und alle, die ganz spitz auf High-End-Zusammenkünfte sind.
Was ist der Sinn?
Dialog. Das WEF will Entscheider zusammenbringen. Im direkten Gespräch können Probleme gelöst oder zumindest Verständnis für die "andere Seite" aufgebaut werden. Soweit die Idee.
Seit wann gibt es das WEF?
Es wurde 1971 vom deutschen Wirtschaftswissenschaftler Klaus Schwab als gemeinnützige Organisation gegründet, hieß da noch "Stiftung European Management Forum" und wurde 1987 umbenannt.

Wie war die Entwicklung zuletzt?
Das WEF schlitterte in eine schwere Krise. Die Veranstaltung verlor rasant an Relevanz und Reputation. Sie wurde mehr und mehr zu einem reinen Schaulaufen der Mächtigen. Dann kam eine Affäre dazu.
Was passierte?
2025 wurde Gründer Klaus Schwab von Whistleblowern vorgeworfen, gemeinsam mit seiner Frau Gelder des WEF für private Zwecke verwendet zu haben, etwa für Massagen. Er wurde entlassen, eine Untersuchung eingeleitet.
Was kam heraus?
Im August 2025 gab der Verwaltungsrat bekannt, dass keine Beweise für schwerwiegendes Fehlverhalten oder vorsätzliche Veruntreuung gefunden worden seien. Das Fehlverhalten habe sich auf "geringfügige Unregelmäßigkeiten" beschränkt.
Was passierte mit Schwab?
Er kehrte nicht mehr ins WEF zurück, was auch am Alter lag, er ist 87. Aber er spielt im Hintergrund immer noch eine bedeutsame Rolle. So knüpfte er den Kontakt zu einer Person, die dem Forum wieder mehr Aufmerksamkeit verschaffen soll – Donald Trump.
Wie das?
Mehrere Medien bestätigen, dass vonseiten des WEF fast ein Jahr lang daran gearbeitet wurde, Trump wieder nach Davos zu bringen. Ein Drahtseilakt, das Treffen der Super-Influencer ist für viele MAGA-Anhänger eigentlich ein rotes Tuch.

Kam Trump nun?
Ja, es war sein dritter direkter Besuch nach 2018 und 2020. Im Vorjahr ließ er sich nur per Video zuschalten.
Wie kam ihm der WEF entgegen?
Vor allem beim Programm. Das Motto des 56. Forums vom 19. bis 23. Jänner lautet "Ein Geist des Dialogs". Die Agenda stellte eine komplette Kehrtwende zu früheren Jahren dar. 2019 saß noch die damals 16-jährige Greta Thunberg am Podium und sagte Sätze wie "unser Haus brennt" und "ich möchte, dass ihr in Panik geratet".
Was ist jetzt anders?
Der Klimaschutz ist aus dem Programm so gut wie verschwunden, Diversität ebenfalls. Die Vorträge, die Reden und das Rahmenprogramm widmen sich wieder vorrangig klassischen Themen wie Welthandel, KI oder Wirtschaftswachstum.
Wird das offiziell so eingestanden?
Børge Brende dementiert einen Einfluss des Trump-Lagers. Der frühere konservative norwegische Minister für Klima und Umwelt ist seit 2017 Präsident und CEO des Weltwirtschaftsforums.
Aber?
"Nach Davos im letzten Jahr habe ich Gespräche mit dem Weißen Haus aufgenommen und mich auch mit Stabschefin Susie Wiles abgestimmt", sagte Brende in einem Videointerview zu Politico. Im Dezember sei er auch in Washington, D.C., gewesen, hatte Treffen im Weißen Haus, aber auch mit mehreren Kabinettsmitgliedern.

Wer spielte noch eine wichtige Rolle?
Laurence "Larry" Fink, CEO des weltweit größten Vermögensverwalters BlackRock mit Sitz in New York. Er wurde nach dem Schwab-Abgang interimistisch als CO-Vorsitzender installiert. Fink hat einen guten Draht zu Trump. Er bestritt in Davos auch das Panel mit dem US-Präsidenten.
Was ist der Erfolg des Lobbying?
Mediale Berichterstattung über Tage und das in großer Ausführlichkeit. Donald Trump flog nicht ein, sondern er eroberte Davos. Der US-Präsident kam mit der größten US-Delegation aller Zeiten in die Schweiz. Vier Minister begleiten ihn.
Wer kommt mit?
Außenminister Marco Rubio, Finanzminister Scott Bessent, Handelsminister Howard Lutnick, Energieminister Chris Wright, der US-Sondergesandte für den Nahen Osten Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner.
Welche Anekdote belegt den Sinneswandel?
Als Politico mit Brende telefonierte, wurde das Gespräch zweimal unterbrochen, weil Jared Kushner anrief. Einmal vergaß Brende, das Mikro stumm zu schalten. "Grüß Ivanka", hörten die Reporter.
Wie kam Trump nach Davos?
Er kam mit der Air Force One, die in diesem Fall defektbedingt nicht die bekannte Boeing 747, sondern eine Boeing C-32a (eine umgebaute 757), von der Joint Base Andrews in Maryland nach Zürich-Kloten und stieg dort in einen Hubschrauber um. Marine One brachte ihn nach Davos, wo am Ufer des Davosersees eigens ein Heliport eingerichtet worden ist.

Wie ging es dann weiter?
Im Konvoi. Trump stieg in die Präsidenten-Limo "The Beast" um, der 10-Tonnen-Cadillac ist gepanzert, sogar ein Kühlschrank mit Blutkonserven von Trump ist im Fahrzeug eingebaut.
Wer war außer Trump noch da?
Insgesamt rund 65 Staats- und Regierungschefs, zuletzt gab es aber ein paar Absagen.
Nämlich?
Daniel Chapo, Präsident von Moçambique, kommt wegen der Flutkatastrophe in seinem Land nicht, Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez sagte nach dem Zugunglück ab. UNO-Generalsekretär António Guterres ist erkältet. Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj zögert wegen russischer Luftangriffe. Irans Aussenminister Abbas Araghchi wurde ausgeladen.
Was fiel bei den Absagen auf?
Der dänische Wirtschaftsminister Morten Bodskov sagte wegen "Terminproblemen" ab. Der Konflikt um Grönland scheint als Begründung naheliegender zu sein.
Warum ist das brisant?
Weil das WEF ein halber Grönland-Gipfel wird, Trump selbst hat ein Meeting dazu in Davos angekündigt. Das Thema war auch in seiner Rede zentral. Abseits davon wollen Europas Politiker den US-Präsidenten von seiner fixen Idee abbringen, sich die Insel einzuverleiben. Die Erfolgschancen schätzen selbst Optimisten nur als mittelgut ein.

Wie Grönland wird der WEF sein?
Sehr, Trump stimmte das Publikum am Dienstag darauf ein. Er erschien überraschend bei einem "White House press briefing" – einem Format, in dem normalerweise nur offizielle Sprecher auftreten.
Warum?
Er wollte noch ein paar Botschaften loswerden. Auf die Frage, wie weit er für die Annexion Grönlands zu gehen bereit sei, antwortete Trump: "Das werden Sie schon sehen." Es klang wie eine Drohung.
Wie verspotten die USA Europa?
Finanzminister Scott Bessent, der schon seit Dienstag in Davos ist, machte sich über die EU lustig. Als er von Reportern gefragt wurde, was er von Europas Bemühungen halte, Trump an der Annexion Grönlands zu hindern, sagte er: "Ich nehme an, sie werden die gefürchteten europäischen Arbeitsgruppen bilden." Und nannte sie ihre "stärkste Waffe".
Was wusste man über die Rede sonst vorab?
Das Panel mit Trump war mit 45 Minuten angesetzt, es sollte am Mittwoch um 14.30 Uhr (das verschob sich etwas). Erwartet wurden harte Worte zu Europa, zu Grönland, im Vorfeld nannte er die Rückgabe der Chagos-Inseln an Mauritius von Großbritannien einen "Akt großer Dummheit". Die Insel soll noch mindestens 99 Jahre unter britischer Kontrolle bleiben.
Lag Europa Trump zu Füßen?
Schaute trotz aller gegenteiligen Bekundungen so aus. Es herrschte ein regelrechtes "Griss" um Treffen mit Mitgliedern der US-Delegation. Es geht schließlich nun nicht mehr allein um Grönland, sondern für acht Staaten auch um Extrazölle, die Trump ihnen wegen des Inselstreits aufgebrummt hat.

Wie lange bleibt Trump?
Nach der Rede absolviert er Meetings und besucht um 17.25 Uhr einen Business-Empfang.
Warum flog er nach der Rede nicht sofort zurück?
Weil er ein zweites Projekt betreibt, das er vorstellt, erst danach fliegt er nach Hause.
Worum geht es?
Am Donnerstag ab 10.30 Uhr stellt Trump im Rahmen einer Zeremonie seine Charta für Gaza vor. Er wird das Dokument gemeinsam mit anderen Staats- und Regierungschefs unterzeichnen. Sie treten damit Trumps "Friedensrat" bei, das kostet alle je eine Milliarde US-Dollar.
Was ist der Zweck?
Der Wiederaufbau des verwüsteten Gazastreifens. Eine Reihe von Staatschefs wurde zum Beitritt eingeladen, auch Wladimir Putin (er "prüfe" das Angebot noch, sagte der Kreml). Brisant: Auch der ukrainische Präsident Selenskyj erhielt eine Einladung.
Was sind die Streitpunkte?
Die Vereinten Nationen fühlen sich übergangen. Israel lehnt den "Friedensrat" ab, weil auch verfeindete Nationen Vertreter entsenden können. Und Frankreichs Präsident Macron zögert noch. Das brachte ihm den nächsten Konflikt ein.

Was passierte?
Trump bedrohte ihn direkt. "Ich werde seine Weine und seinen Champagner mit Zöllen von 200 Prozent belegen", schrieb er auf Truth Social. Dazu veröffentlichte er den Screenshot einer mutmaßlich privaten Nachricht, die ihm Macron geschickt hatte.
Was dreht drin?
"Mein Freund, wir sind auf einer Linie mit Blick auf Syrien. Wir können Großes vollbringen in Iran. Ich verstehe nicht, was Du in Grönland tust", schreibt Macron anbiedernd. Dann schlägt er einen Gipfel und ein Abendessen in Paris vor.
Wer ist fix in Davos dabei?
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hielten ihre Reden schon am Dienstag. Deutschlands Kanzler Friedrich Merz kommt, NATO-Generalsekretär Mark Rutte, Argentiniens Staatschef Javier Milei, der israelische Staatspräsident Isaac Herzog.
Ist das außergewöhnlich?
Der WEF selbst sprich von einem Rekord. 2.500 Führungskräfte haben sich angesagt. In Davos wird es rund 1.000 zusätzliche Flugbewegungen geben.
Was ist der Hotspot?
Eine Kirche, sie dient den USA als eine Art Hauptquartier. Finanziert wird der Auftritt von mehreren Unternehmen. Microsoft und die Beratungsfirma McKinsey sollen je eine Million US-Dollar auf den Tisch gelegt haben.

Warum in einer Kirche?
Die USA stehen 2026 im Zeichen zweier großer Events. Der Fußball-WM im Sommer und dem 250. Jahrestag der Gründung der Vereinigten Staaten. Für die Bewerbung wurde eine außergewöhnliche Location gesucht – und gefunden.
Was hat es damit auf sich?
Die Kirche gehört der Freien Evangelischen Gemeinde, die USA haben sie für geschätzt 200.000 Euro gemietet. Die Fenster wurden mit Transparenten verklebt. Zu sehen: der amerikanische Adler, die US-Flagge, das Kapitol in Washington. Dazu der Spruch: "USA House – Freedom 250", eben wegen des Gründungs-Jubiläums.
Was ist die Freie Evangelische Gemeinde?
Eine protestantische Glaubensgemeinschaft, die zu den Freikirchen gehört. Sie wird durch Spenden finanziert und tritt für Eigenverantwortung und die Trennung von Staat und Kirche ein.
Wie steht es um die Sicherheit?
Davos gleich einer Festung. In einem Radius von 46 Kilometern wird der Luftraum um Davos gesperrt. Für den Anflug der Air Force One wird der Luftraum zudem vorübergehend komplett gesperrt.
Wer ist aus Österreich vor Ort?
Bundeskanzler Christian Stocker ist am Dienstag und Mittwoch in der Schweiz dabei. Er trifft laut Kanzleramt den Premierminister der Region Kurdistan-Irak und den Präsidenten Panamas, sowie META-Vertreter. Die Gespräche mit Syriens Präsident Ahmed al-Sharaa und dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi wurden abgesagt.