Worum geht es? Seit drei Wochen steht Marius Borg Høiby, der Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, in Oslo vor Gericht. Der Prozess ist auf sieben Wochen angesetzt.
Weshalb? Ihm werden insgesamt 38 verschiedene Delikte vorgeworfen, darunter schwerwiegende Anklagen wie Vergewaltigung, Misshandlung, Körperverletzung und mehrere Drogendelikte.
Wer sagte nun aus? Erneut die Ex-Freundin von Marius, die Influencerin war von 2022 bis 2023 mit ihm zusammen. Sie will Mutter und Stiefvater vor dem 29-jährigen Angeklagten gewarnt haben.
Wie? "Ihr müsst ihm helfen, seht ihr nicht, dass er Hilfe braucht?", soll die Frau zu Høibys Mutter, Kronprinzessin Mette-Marit (52), und Stiefvater Kronprinz Haakon (52) gesagt haben, berichten norwegische Medien.
Was hielt sie für angebracht? Die Einweisung in eine Suchtklinik. "Das geht nicht gut aus", soll sie gesagt haben. Allerdings erst nach dem Ende der Beziehung.
Was sagen Mette-Marit und Haakon? Nichts, sie wurden auch im Rahmen der Ermittlungen gegen Høiby weder befragt noch im Prozess als Zeugen geladen.
Warum? Staatsanwältin Sturla Henriksbø weist darauf hin, dass es "nicht üblich" sei, Eltern vorzuladen, um zu hören, was ihre Kinder ihnen möglicherweise erzählt haben.
Wieso ist das erstaunlich? Weil Marius seine damalige Freundin bedroht und misshandelt haben soll. Einmal warf er eine Besteckschublade nach ihr. Als sie das Prinzenpaar um Hilfe für Marius angefleht habe, sollen die beiden gesagt haben: "Das ist nicht deine Verantwortung."
Worum geht es? Hohe EU‑Repräsentanten reisten am Dienstag zu einem Solidaritätsbesuch nach Kiew, um den vierten Jahrestag des russischen Angriffskrieges gemeinsam mit dem ukrainischen Präsidenten zu begehen. Es lag ein Schatten über dem Termin.
Wer war da? Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, António Costa, Präsident des Europäischen Rates, dazu mehrere Staatschefs von Island bis Litauen, weitere nahmen virtuell an Veranstaltungen teil.
Was sagte Wolodymyr Selenskyj? Der Ukraine-Präsident betonte in einer Rede, dass Russland nach vier Jahren Krieg seine Ziele nicht erreicht und "den ukrainischen Geist nicht gebrochen" habe.
Was sorgte für Aufsehen? Selenskyj forderte erneut von der EU ein konkretes Datum für den Beitritt des Landes. "Es ist wichtig für uns, einen klaren Termin für den EU-Beitritt zu erhalten", sagte er. Der Präsident strebt den 1. Jänner 2027 an.
Was sagt die EU? Von der Leyen zeigt sich aufgeschlossen, wenn auch ohne Datumszusage. Andere Nationen, vor allem Deutschland, sagen zu 2027 kategorisch nein.
Was ist eine weitere Hürde? Ein neues EU‑Sanktionspaket gegen Russland kann nicht in Kraft treten – Ungarn hat sein Veto eingelegt. Es geht um 90 Milliarden Euro Finanzhilfe (darunter Gelder für Verteidigung, Wirtschaft und laufende Staatsausgaben).
Warum die Blockade? Ungarn verlangt, dass die Lieferung von russischem Öl durch die Druschba‑Pipeline nach Ungarn wieder aufgenommen wird, bevor es weiteren EU‑Beschlüssen zustimmt. Sie soll beschädigt sein, bestätigt ist das nicht.
Ist Ungarn allein? Nein, die Slowakei hat Montag die sogenannten "Notstromlieferungen" an die Ukraine gestoppt. Gemeint ist die Notfall‑Elektrizitätsunterstützung, die zur Stabilisierung des ukrainischen Stromnetzes bereitgestellt wurde. Auch die Slowakei fordert die Öffnung der Druschba‑Pipeline.
Worum geht es? Russische Behörden haben ein Strafverfahren gegen den Gründer des Messengerdiensts Telegram, Pavel Durov, eingeleitet. Der Vorwurf lautet Unterstützung terroristischer Aktivitäten.
Was ist damit gemeint? Die Vorwürfe basieren auf einer russischen Anzeige und Aussagen des Federal Security Service (FSB). Der FSB und staatliche Medien behaupten, Telegram werde für Terrorismus, Sabotage, Extremismus und Angriffe innerhalb Russlands genutzt.
Wie massiv sind die Vorwürfe? Telegram soll über 150.000 Anfragen der russischen Medienaufsicht nicht beantwortet oder Inhalte nicht gelöscht haben. Das berichtet die staatliche Zeitung Rossijskaja Gaseta.
Was heißt das konkret? Telegram soll bei 13 angeblichen ukrainischen Anschlagsplänen gegen hochrangige russische Militäroffiziere sowie bei Zehntausenden von Bombenanschlägen, Brandstiftungen und Tötungen seit Kriegsbeginn eingesetzt worden sein.
Was ist Telegram? Eine weltweit verbreitete Messaging‑App mit mehr als einer Milliarde Nutzern. Sie gilt wegen der starken Verschlüsselung, geringer Kontrolle und großem globalen Einfluss als umstritten.
Wer ist Durov? Der Gründer und langjährige Leiter von Telegram. Er verließ Russland bereits 2014 und lebt heute im Ausland, unter anderem mit französischer und emiratischer Staatsbürgerschaft (hier mehr zu ihm und seiner 5-Millionen-Kaution).
Was könnte der Hintergrund sein? Der Kreml versucht, Millionen russische Nutzer zu einer staatlich kontrollierten Alternative namens MAX zu lenken. Anfang dieses Monats wurde der Datenverkehr von Telegram gedrosselt.
Worum geht es? Am 8. März wählt das deutsche Bundesland Baden-Württemberg einen neuen Landtag. CDU-Politiker Manuel Hagel will Ministerpräsident werden, aber nun fährt ihm ein altes Video in die Parade.
Warum? In einem Clip aus dem Jahr 2018 erzählte Hagel, damals 29 Jahre alt, von einem Besuch an einer Realschule in seinem Wahlkreis.
Und? Er sagte, die Klasse bestehe zu "80 Prozent aus Mädchen" und fügte an: "Ich werd's nie vergessen, die erste Frage, sie hieß Eva, braune Haare, rehbraune Augen." Da gebe es für "Abgeordnete schlimmere Termine als diesen".
Was passierte nun? Die Grünen‑Bundestagsabgeordnete Zoe Mayer grub das Video aus und veröffentlichte den Clip auf TikTok und Instagram. Die 59 Sekunden lange Sequenz wurde inzwischen über 1 Million Mal aufgerufen.
Was kritisiert sie vor allem? Dass ein erwachsener Mann und Politiker das Aussehen einer minderjährigen Schülerin kommentiert habe, und so ein Kommentar ein schlechtes Signal an junge Frauen sende, die sich politisch engagieren.
Wo hat Hagel das gesagt? Bei einem Stammtischgespräch beim Lokalsender Regio TV Schwaben. Er sitzt bei einem Bier an einem Wirtshaustisch.
Wie reagierte er nun? Er gestand ein, der Einstieg des Interviews sei "Mist" gewesen und dass auch seine Frau ihn damals dafür kritisiert habe. Gleichzeitig bemängelte er, dass die Kritik kurz vor der Wahl und viele Jahre später erneut aufgebracht werde.
Worum geht es? Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hatte mit Albanien ein Projekt gestartet. Migranten, die im Mittelmeer von italienischen Behörden aufgegriffen werden, sollten in Asyl‑ und Rückführungszentren auf albanischem Boden gebracht werden.
Wozu? In Albanien sollen ihre Asylverfahren bearbeitet werden – mit dem Ziel, abgelehnte Antragsteller schneller zurückzuführen, ohne dass sie nach Italien gelangen.
Von welcher Dimension war die Rede? Laut ursprünglicher Vereinbarung sollten Jahreskapazitäten von bis zu 36.000 Personen bearbeitet werden.
Aber? Italienische Gerichte haben wiederholt die Transfers für rechtswidrig erklärt, weil Grundrechte verletzt wurden – z. B. unzulässige Inhaftierung ohne schriftliche Beschlüsse oder fehlende Rechtsunterrichtung. Auch der EuGH warf grundsätzliche Fragen auf.
Was war die Folge? Berichte zeigen, dass die Lager größtenteils leer geblieben sind, weil Gerichte Transfers blockierten und rechtliche Hürden umgesetzt wurden.
Was passierte? Der Algerier Redouane L. kam im April 2025 nach Gjadër, ohne vorherige Information, ohne schriftlichen Beschluss, ohne Kontakt mit Familie oder Anwalt.
Was war die Folge? Ein Gericht in Rom verurteilte den Staat jetzt zu einer Zahlung von etwa 700 Euro an den Migranten. Er hatte 5.000 Euro gefordert, weil er beim Transport Handschellen tragen musste.
Was weiß man über ihn? Laut Süddeutscher Zeitung ist Redouane L. Mitte fünfzig und lebt seit 19 Jahren ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung in Italien. Er hat eine italienische Partnerin, die beiden haben zwei gemeinsame minderjährige Kinder.
Wie reagierte Meloni? Sie hat solche Entscheidungen als "absurd" kritisiert und die Justiz beschuldigt, ihre Politik zu blockieren.
Worum geht es? Die britische Regierung prüft Gesetzesvorhaben, um Andrew rechtlich aus der Thronfolge auszuschließen, damit er nie König werden kann. Nun kommt Unterstützung aus Australien.
Was heißt das? Andrew steht auf Platz acht in der britischen Thronfolge, also hinter Prinz William, dessen Kindern und Prinz Harry und seinen Kindern. Er hat bereits alle königlichen Titel und Ehrungen verloren, bleibt aber formal in der Thronfolge.
Warum? Weil die Thronfolge erblich ist und nicht automatisch entfällt, wenn jemand Titel verliert.
Lässt sich das ändern? Dafür wäre ein Gesetz im UK‑Parlament nötig, es müsste vom Oberhaus und Unterhaus bestätigt und dann vom Monarchen unterzeichnet werden. Außerdem müssten die 14 Commonwealth‑Staaten, in denen Charles III. Staatsoberhaupt ist, zustimmen.
Wie sehen die Commonwealth‑Staaten das? Der australische Premierminister Anthony Albanese hat schriftlich erklärt, dass seine Regierung jede britische Initiative zur Streichung Andrews aus der Thronfolge unterstützen würde.
Und die anderen? Australien war der erste Commonwealth‑Staat, der öffentlich seine Zustimmung signalisiert hat. Neuseeland folgte wenig später.
Warum hat sich das Thema verschärft? Andrew wurde vergangene Woche vorübergehend festgenommen. Gegen ihn laufen nun auch Untersuchungen wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch und Geheimnisverrat während seiner Zeit als Handelsbeauftragter. Er bestreitet das.
Worum geht es? Der Oberste US-Gerichtshof hatte große Teile von Trumps bisheriger Zollstrategie für ungültig erklärt. Daraufhin kündigte Donald Trump die Einführung weltweiter Zusatzzölle an. Jetzt änderte er seine Meinung.
Nämlich? Der US-Präsident hatte ursprünglich einen generellen Tarif von 10 Prozent angekündigt, dann auf 15 Prozent erhöht. Am Dienstag trat aber eine Regelung mit 10 Prozent in Kraft.
Was ist der Hintergrund? Ein Wechsel der rechtlichen Grundlage: Trump nutzt jetzt Section 122 des Trade Act von 1974, nachdem seine ursprüngliche Notstandsbasis vom Supreme Court kassiert wurde.
Was ist Section 122 des Trade Act von 1974? Eine US-Notfallregel für Handelspolitik. Sie erlaubt dem Präsidenten, sehr schnell und ohne Zustimmung des Kongresses Importbeschränkungen zu verhängen, wenn es Probleme mit der US-Zahlungsbilanz gibt.
Wie lange gilt das? Maximal 150 Tage, danach muss der Kongress zustimmen, sonst laufen die Maßnahmen automatisch aus.
Bleibt es dabei? Laut Regierungs- und Medienberichten arbeitet die Trump-Administration daran, den Zollsatz später auf 15 Prozent anzuheben. Das wurde offiziell bestätigt, aber ein genauer Zeitplan fehlt noch.
Worum geht es? Bei den British Academy Film Awards (Bafta) kam es am Sonntag zu einem Zwischenfall, der im Nachgang für viel Aufregung sorgte. Aus dem Publikum war das sogenannte "N‑Wort" (ein rassistischer Ausdruck für Schwarze) zu hören.
Was ist genau passiert? Zu dem Vorfall kam es während der Preisverleihung. US-Regisseur Michael B. Jordan und der britische Schauspieler Delroy Lindo standen auf der Bühne, als das "N‑Wort" gerufen wurde.
Von wem? John Davidson, ein bekannter Aktivist für Tourette‑Syndrom, der auch die Inspiration für den Bafta‑nominierten Film "I Swear" ist. Er lebt mit Tourette‑Syndrom, einer neurologischen Erkrankung, die zu unwillkürlichen motorischen und vokalen Tics führen kann.
Was sorgte für Ärger? Die BBC zeichnete die Show auf und strahlte sie zwei Stunden später aus – ohne den Zwischenruf zu entfernen. Das löste einen Sturm der Entrüstung aus.
Wie reagierte die BBC? Sie veröffentlichte eine Entschuldigung und betonte, dass die Sprache aus unwillkürlichen Tourette‑Tics stammte und nicht absichtlich verwendet wurde. Die Passage wurde (12 Stunden später) aus der Internet-Version entfernt.
Fanden das alles gut? Nein, Vertreter von Tourette‑Organisationen wiesen darauf hin, dass solche Tics nicht kontrolliert oder bewusst eingesetzt werden können, was eine sensible Abwägung zwischen Verständnis für Menschen mit der Erkrankung und dem Schutz der Zuschauer nötig macht.
Bei der Show fiel das nicht auf? Doch, Moderator Alan Cumming erläuterte während der Veranstaltung den Zusammenhang mit Tourette‑Syndrom und bat das Publikum um Verständnis, entschuldigte sich aber ebenfalls für jede Kränkung.
Was geschah danach? Google entschuldigte sich für eine KI-generierte Aufforderung, die einen Link zu einem Artikel über den Vorfall begleitete und die Nutzer dazu einlud, "mehr über" das N-Wort zu erfahren.
Wie fiel die Reaktion aus? Ein Google-Sprecher sagte gegenüber dem Guardian: "Das Unternehmen bedauert diesen Fehler zutiefst. Wir haben die anstößige Benachrichtigung entfernt und arbeiten daran, dies künftig zu verhindern."
Gab es weitere Konsequenzen? Der Filmemacher Jonte Richardson trat als Jurymitglied für Nachwuchstalente bei den Bafta-Filmpreisen zurück, weil die Organisation mit einer rassistischen Beleidigung nicht angemessen umgegangen sei.
























































