Worum geht es? Am Freitagabend wurden die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo eröffnet. Rund um die Skispringer hat sich zum Start eine pikante Debatte entwickelt.
Wann sind die Skispringer im Einsatz? Die Männer springen am Montag, 9. Februar, im Einzel auf der Normalschanze, am 10. Februar im Mixed Team, am 14. Februar auf der Großschanze im Einzel, am 16. Februar gibt es die Entscheidung im Super Team.
Was ist nun die Debatte? Sie dreht sich um die Frage, ob sich einzelne Springer mit Injektionen in den Penis einen Wettbewerbs-Vorteil verschaffen.
Wie bitte? Die ersten Gerüchte kamen Anfang Jänner in Bild auf. Die Zeitung berichtete, dass Springer sich vor der Anprobe ihrer Anzüge Hyaluronsäure in die Penisse spritzten.
Ist das verboten? Grundsätzlich nicht. Die Injektion kann den Penis um ein bis zwei Zentimeter größer machen. Dadurch vergrößert sich die Oberfläche ihrer Anzüge während des Wettkampfs, was zu besseren Weiten führen könnte.
Wirklich? "Jeder zusätzliche Zentimeter am Anzug zählt. Wenn Ihr Anzug eine 5 % größere Oberfläche hat, fliegen Sie weiter", sagte Sandro Pertile, Renndirektor des FIS-Skispringens der Männer.
Ist das ein Thema bei Olympia? Ja, Olivier Niggli, Generaldirektor der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, wurde bei der Pressekonferenz am Freitag in Italien darauf angesprochen. „Sollte etwas ans Licht kommen, würden wir es untersuchen und prüfen, ob es mit Doping in Zusammenhang steht", sagte er.
Ist das schon vorgekommen? FIS-Kommunikationsdirektor Bruno Sassi sagte gegenüber BBC Sport: "Es gab nie einen Hinweis, geschweige denn Beweise dafür, dass ein Konkurrent jemals eine Hyaluronsäure-Injektion verwendet hat, um sich einen Wettbewerbs-Vorteil zu verschaffen."
Wieso weiß man das? Weil die Skispringer vor Beginn jeder Saison mithilfe von 3D-Bodyscannern vermessen werden, und zwar in "elastischer, eng anliegender Unterwäsche". Laut Reglement dürfen die Anzüge nur eine Toleranz von 2 bis 4 cm aufweisen.
Aber wie ist das mit dem Penis? Im Rahmen des Messvorgangs wird auch die Schritthöhe gemessen. Die Schritthöhe des Anzugs muss der Schritthöhe des Athleten entsprechen, bei Männern zuzüglich 3 cm.
Worum geht es? Die EU-Kommission hat TikTok ins Visier genommen. Die beliebte Videoplattform Weil sei so aufgebaut, dass Jugendliche, aber auch anfällige Erwachsene danach süchtig werden könnten, heißt es.
Was bedeutet das? TikTok müsse sein Erscheinungsbild, vor allem die Funktion einiger Services ändern, so die Kommission am Freitag. Geschehe das nicht, drohen der zum chinesischen Konzern Bytedance gehörenden Plattform empfindliche Strafen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahres-Bruttoumsatzes.
Um welche Funktionen geht es? Vor allem "Infinite Scroll" – dabei gelangt man beim Scrollen ohne jede Begrenzung zu immer weiteren Inhalten. Auch "Autoplay", das Videos sofort bei Erreichen abspielt, sowie ein extrem personalisierter Empfehlungsalgorithmus missfallen der EU-Kommission.
Weil? All das fördere süchtig machendes Verhalten und beeinträchtige die Selbstkontrolle der Nutzer, so die Kommission.
Hat TikTok keine Schranken vorgesehen? Doch, aber diese seien ineffektiv, so die EU-Behörde. Bildschirmzeit-Management-Tools und Kontrollfunktionen für Eltern seien leicht zu umgehen und würden Eltern hohe technische Anforderungen abverlangen, heißt es.
Was soll neu umgesetzt werden? Die Kommission fordert u.a. eine Einführung von automatischen Pausen der Bildschirmzeit und generelle die Abschaffung des "Infinite Scroll"-Modus.
Was sagt TikTok dazu? "Die vorläufigen Ergebnisse der Kommission stellen unsere Plattform kategorisch falsch und völlig haltlos dar", so eine Unternehmenssprecherin gegenüber dem Spiegel. "Wir werden alle notwendigen Schritte unternehmen, um diese Ergebnisse mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln anzufechten."
Ist das Vorgehen der Kommission ein Einzelfall? Nein, in zahlreichen Ländern stehen derzeit Social-Media-Angebote im Fokus von Aufsichtsbehörden. In Australien wurde Jugendlichen unter 16 der Zugang zu Social Media bereits verboten, in Spanien und Frankreich werden ähnliche Gesetzesvorlagen diskutiert. Auch in Österreich werden entsprechende Überlegungen derzeit diskutiert.
Worum geht es? Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit, Ehefrau von Thronfolger Kronprinz Haakan, hat sich in einer schriftlichen Stellungnahme für ihren Kontakt mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein entschuldigt.
Was schreibt Mette-Marit? "Es ist mir wichtig, Entschuldigung zu allen zu sagen, die ich enttäuscht habe." Und weiter: "Teile des Inhalts der Nachrichten zwischen Epstein und mir repräsentieren nicht den Menschen, der ich gerne sein möchte." Die Kronprinzessin bedaure zudem die Situation, in die sie das norwegische Königshaus – besonders König Harald V. und Königin Sonja – gebracht habe.
Weshalb wurde der Kontakt überhaupt bekannt? Im Zuge der jüngsten Veröffentlichung von Akten über die Epstein-Ermittlungern in den USA tauchte auch der Name von Mette-Marit auf.
Wie oft? Hunderte Male. Die Kronprinzessin und der ehemalige Finanzmanager, der 2019 in der U-Haft Suizid verübte, hatten über viele Jahre Kontakt und tauschten sich auch über zahlreiche private Dinge aus.
Nimmt Mette-Marit zu Epsteins Verbrechen Stellung? Ja. In der Mitteilung schreibt der Hof, Mette-Marit distanziere sich entschieden von Epsteins Übergriffen und kriminellen Handlungen. Und weiter: "Die Kronprinzessin möchte erzählen, was passiert ist, und sich ausführlicher erklären", schaffe das aber gerade nicht, weil sie sich "in einer sehr schwierigen Situation" befinde.
Was ist damit gemeint? Der uneheliche Sohn der Kronprinzessin, der 29-jährige Marius Borg Høiby, steht seit Dienstag dieser Woche in Oslo vor Gericht. Ihm werden insgesamt 38 Straftaten vorgeworfen, darunter sehr schwerwiegende Delikte wie Vergewaltigung, Missbrauch und Körperverletzung. Ihm drohen im Falle einer Verurteilung bis zu 16 Jahre Haft.
Wann wird es ein Urteil gegen Mette-Marits Sohn geben? Frühestens Mitte März, der Prozess soll bis zum 19. März dauern.
Ist Mette-Marit im Gerichtssaal mit dabei? Nein, weder sie noch Kronprinz Haakon, Marius' Stiefvater, wollen den Anschein erwecken, den Prozess durch ihre Anwesenheit beeinflussen zu wollen. Allerdings wurde am Freitag bekannt, dass das Paar den 29-Jährigen Donnerstagabend in der Untersuchungshaft besucht hat.
Warum weiß man das? Weil es Fotos der norwegischen Zeitschrift "Se og Hør" gibt. Sie zeigen einen dunklen BMW, der durch das Tor des Osloer Gefängnisses fährt. Auf der Rückbank: Mette-Marit und Kronprinz Haakon. Eine Stunde später verließ der Wagen das Gefängnisgelände.
Worum geht es? Der Autohersteller Stellantis, Europas zweitgrößter Autokonzern hinter VW, muss 22 Milliarden Euro abschreiben, um das Unternehmen zukunftsfit zu machen. Das gab der neue Konzernchef Antonio Filosa am Freitag bekannt.
Weshalb diese Mega-Summe? Weil das Unternehmen unter dem letzten Chef seine Ausrichtung nahezu ausschließlich auf Kfz mit E-Antrieb abgestellt hatte – Stichwort Energiewende. Doch das Tempo, mit dem diese Veränderung vollzogen wurde, sei überschätzt worden, so Neo-Boss Filosa.
Was kommt jetzt stattdessen? Es wird die Produktion reiner E-Autos zurückgefahren. Auch Die Zahl der Plug-in-Hybride, also Autos mit Verbrennermotor und zusätzlichem E-Motor, der aber via Steckdose aufgeladen werden muss, sollen reduziert werden.
Was kommt stattdessen? Stellantis will mehr reine Hybride – also Pkw mit Elektro- und Verbrennermotor, wobei der Verbrenner den E-Akku lädt – ins Programm nehmen.
Wie reagierte die Börse auf diese Nachricht? Die Stellantis-Aktie gab teilweise um bis zu 28 Prozent nach und erreichte den tiefsten Stand seit zehn Jahren.
Welche Marken gehören zu Stellantis? Peugeot, Citroën, Opel, Fiat, Lancia, Alfa Romeo, Maserati, Jeep , Chrysler und Dodge sind die wichtigsten. Der Konzern erwirtschaftet etwa 40 Prozent seines Umsatzes in Nordamerika.
Worum geht es? In Moskau wurde am Freitag ein hoher Armeegeneral durch Schüsse schwer verletzt. Die Regierung, vertreten durch Außenminister Sergej Lawrow, machte umgehend die Ukraine für das Attentat verantwortlich. Lawrow bezeichnete das Attentat als Terroranschlag und Provokation, um die laufenden Verhandlungen für einen Waffenstillstand zu sabotieren.
Wer ist das Opfer? Wladimir Aleksejew, er ist der stellvertretende Leiter des russischen Militärgeheimdiensts GRU und war unter anderem während des syrischen Bürgerkriegs für Geheimdiensteinsätze verantwortlich. Die ukrainische Regierung macht ihn für Luftschläge auf Zivilisten verantwortlich.
Wie passierte das Attentat? Alexejew wurde in einem Wohnhaus im Nordwesten Moskaus angeschossen. Zeugen berichten, dass der Schütze im Treppenhaus oder vor dem Fahrstuhl wartete und auf Alexejew schoss, als dieser das Gebäude verließ.
Wie oft wurde er getroffen? Es wird von drei oder mehr Schüssen gesprochen, unter anderem in Rücken, Bauch und Bein. Der General wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.
Weiß man schon, wer geschossen hat? Nein, der oder die Täter seien auf der Flucht, so eine Sprecherin des Ermittlungskomitees.
Weshalb sollte die Ukraine die laufenden Verhandlungen sabotieren? Angesichts der kritischen Lage in der Ukraine, vor allem was die Energieversorgung betrifft, würde das tatsächlich wenig Sinn ergeben.
Aber? Bei den Gesprächen in Abu Dhabi – zuletzt wurde am Donnerstag verhandelt – wurde die russische Delegation von Igor Kostjukow angeführt, dem Chef der GRU und Vorgesetzten von Aleksejew. Nicht auszuschließen, dass das Attentat eine versteckte Botschaft an den russischen Delegationsleiter gewesen sein könnte.
Worum geht es? Uber wurde zu einer Schadensersatz-Zahlung von 8,5 Millionen US-Dollar verurteilt. Ein Bundesgericht in Phoenix, Arizona, entschied, das Unternehmen sei für die sexuelle Gewalt eines Fahrers gegen eine Passagierin verantwortlich.
Was ist passiert? Eine 19-jährige Frau wurde während einer Uber-Fahrt im November 2023 in Arizona vergewaltigt. Sie hatte ein Auto bestellt, um nach einem Abend aus einer Bar zurück zu ihrem Hotel zu kommen.
Wie kam es zum Übergriff? Während der Fahrt habe der Fahrer zunächst unangemessene oder belästigende Fragen gestellt, sagte die Frau nun im Prozess aus. Dann habe der Lenker den offiziellen Fahrtverlauf verlassen, das Auto früher gestoppt und sie missbraucht.
Was sagte sie noch aus? Die Frau gab an, sie habe sich nicht wehren können, weil sie teilweise im Auto lag und durch Alkohol und Medikamente in ihrer Reaktionsfähigkeit eingeschränkt war.
Was sagte der Fahrer? Vor Gericht bestätigte er, dass es Sex gab, aber er sagte laut "The Guardian", er sei einvernehmlich gewesen.
Wie urteilte das Gericht? Eine zwölfköpfige Jury befand, dass Uber für die Tat seines Fahrers haftet — weil er als "Agent" des Unternehmens galt. Es wurde ein kompensatorischer Schadensersatz (also z. B. für erlittene körperliche und psychische Folgen, Behandlung, künftige Belastungen) verhängt.
Warum ist das Urteil bemerkenswert? Es handelt sich um einen "Bellwether-Fall" (Test- oder Musterprozess). Er könnte eine riesige Klagewelle gegen Uber auslösen.
Worum geht es? Ein nigerianisches Gericht hat die britische Regierung zu einer Entschädigungszahlung von 420 Millionen Pfund (ca. 484 Mio. Euro) verurteilt, berichtet die BBC. Damit soll Wiedergutmachung für 21 streikende Bergleute geleistet werden, die 1949 von der britischen Kolonialverwaltung erschossen worden waren.
Was ist damals geschehen? Nigeria stand unter britischer Kolonialverwaltung und in der Kohlemine im Iva Valley nahe der Stadt Enugu protestierten einheimische Arbeiter gegen harte Arbeitsbedingungen, rassistische Lohnungleichheiten und ausstehende Lohnzahlungen.
Was passierte? Da die Minenbetreiber nicht auf die Proteste eingingen, traten die Arbeiter in einen Bummelstreik. Am 18. November 1949 eskalierte die Lage und die sogenannte Kolonialpolizei, bestehend aus Nigerianern und Europäern schoss in die Menge. 21 Bergleute starben, zahlreiche weitere wurden verletzt.
Hatte das Massaker Auswirkungen? Ja, laut Historikern war es eine Initialzündung für die nigerianische antikoloniale Bewegung, die schließlich dazu führte, dass das Vereinigte Königreich Nigeria 1960 in die Unabhängigkeit entließ.
Wie kam es zu dem Prozess? Die Familien der damaligen Opfer sowie Menschenrechtsgruppen führen seit Jahrzehnten eine Kampagne für eine offizielle Anerkennung des Massakers und Entschädigungszahlungen an die Nachkommen der Opfer. Die Klage, die jetzt zu dem Prozess führte, wurde von Aktivisten gegen die britische und die nigerianische Regierung eingereicht.
Was besagt das Urteil? Laut Richter Anthony Onovo war das Massaker eine "rechtswidrige und außergerichtliche Verletzung des Rechts auf Leben", so die Nachrichtenagentur NAN. Die verhängte Strafsumme setzt sich aus 20 Millionen Pfund (23 Mio. Euro) für jeden getöteten Minenarbeiter zusammen.
Wird Großbritannien bezahlen? Es sieht jedenfalls nicht danach aus. Die britische Regierung erklärte, sie sei nicht formell über das Urteil informiert worden und könne sich daher nicht dazu äußern. Zudem sei Großbritannien nicht in dem Verfahren vertreten gewesen.
Worum geht es? Eine bislang unbekannte Studie des Renaissance-Künstlers Michelangelo wurde bei Christie's in New York für 27,2 Mio. Dollar (ca. 23,1 Mio. Euro) versteigert. Damit ist sie das teuerste jemals versteigerte Werk des Meisters, der von 1475 bis 1564 lebte.
Was ist auf dem Bild zu sehen? Die Skizze eines Frauenfußes. Dabei soll es sich laut dem Auktionshaus um eine vorbereitende Studie zur Figur der Libyschen Sybille handeln, die sich an der Decke der Sixtinischen Kapelle befindet, Michelangelos monumentales Meisterwerk im Vatikan.
Wie groß ist die Zeichnung? Etwa 13,5 mal 11,5 Zentimeter. Sie soll aus dem Jahr 1511 oder 1512 stammen, als sich der Künstler darauf vorbereitete, die zweite Hälfte seines Deckengemäldes in der Sixtinischen Decke zu malen.
Wie lange dauerte die Auktion? Insgesamt etwa 45 Minuten. Es gab mehrere Interessenten für das Kunstwerk.
Weiß man, wer die Skizze ersteigert hat? Nein, Käufer wie auch Verkäufer blieben anonym.
Was weiß man über den Verkäufer? Dass er von der US-Westküste stammt und das Kunstwerk von seiner Großmutter geerbt hat.
Wusste er, dass es sich um einen Michelangelo handelt? Nein, er gab die Skizze an Christie's zur Bewertung, ohne die Geschichte des Kunstwerkes zu kennen.
Wie kam man dann darauf? Über den Stammbaum der verstorbenen Großmutter. Sie hatte ihre Wurzeln in Europa und stammte aus einer Adelsfamilie. Eine Expertin des Auktionshauses witterte eine Spur und eins gab schließlich das andere.
Es ist der teuerste Michelangelo? Ja, der bisherige Auktionsrekord lag bei 24,3 Millionen Dollar (20,6 Millionen Euro) und wurde ebenfalls für eine Skizze in Paris erzielt.
Aber ist das nicht recht wenig für einen Künstler dieses Ranges? Grundsätzlich ja, aber das liegt daran, dass Michelangelo zuallererst Bildhauer war und die meisten seiner Gemälde Fresken sind. Er malte kaum etwas auf Leinwand, und diese Gemälde sind alle in Hand von Museen (etwa im Vatikan) und unverkäuflich. Die einzige Chance für private Sammler sind Skizzen wie die nun versteigerte.























































